Der Schweizer Herbst wird immer beliebter

Rund ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer mit Herbstferienabsicht plant dieses Jahr, Ferien im Heimatland zu verbringen. Rund jede zweite befragte Person sieht angenehme Temperaturen in den Herbstferien als Vorzug gegenüber Sommerferien.

Kühlere Temperaturen und weniger Andrang: Gäste schätzen Herbstferien in der Schweiz. (Andre Meier/Schweiz Tourismus)

Wenn sich das Laub verfärbt, packen Schweizerinnen und Schweizer ihre Koffer. 70 Porzent planen dieses Jahr eine Herbstreise mit mindestens einer Übernachtung. Dass dabei das eigene Land auf Platz eins der geplanten Reiseziele steht, zeigt eine repräsentative Umfrage von Innofact, die Schweiz Tourismus in Auftrag gegeben hat. Unter den Befragten aus allen fünf Märkten, die Herbstferien in der Schweiz planen, sind das Tessin (12,9 %), Graubünden (5,7 %) sowie das Wallis und Zürich (je 5,3 %) die meistgenannten Reiseziele.

Geheimtipps, die auch geheim bleiben sollen

Gefragt wurde auch nach Geheimtipps für Herbstferien in der Schweiz. Insgesamt 95 verschiedene Destinationen (7 davon leider nicht in der Schweiz) gaben die Befragten an. Graubünden liegt mit 28,5 Prozent der einem Kanton zugeordneten Nennungen an der Spitze, gefolgt vom Tessin mit 20 Prozent. Unter den Einzelnennungen finden sich Orte wie Selma und Tinizong in Graubünden, Curzútt und Val Colla im Tessin oder Evolène im Wallis – kleine Perlen abseits der Touristenströme. Auffällig ist allerdings, dass 28 Prozent der Befragten in der Schweiz ihren persönlichen Geheimtipp für Herbstferien nicht verraten (24 Prozent verraten einen Geheimtipp, rund 48 Prozent haben keinen). Das mag verständlich sein: Der Charme des Herbstes liegt gerade darin, dass man Orte noch für sich entdecken kann. Und Platz hat es in der Tat genug: Die Bruttohotelzimmerauslastung lag 2025 von September bis November schweizweit bei lediglich 49,4 Proeznt, gegenüber 62,3 Prozent im Sommer.

Viele Schweizer Ziele wollen deshalb gerne entdeckt werden. An der diesjährigen Herbstkampagne von Schweiz Tourismus – die sich primär an die Quellmärkte Deutschland, Frankreich, Vereinigtes Königreich, USA und Schweiz richtet – beteiligen sich 85 Partner aus Destinationen und Wirtschaft, so viele wie noch nie. Manche Bergbahnen verlängern ihre Saison, Hotels im Engadin bleiben vor dem Winter geöffnet und kulinarische Angebote wie die Bénichon in der Region Freiburg oder die «Festa d'autunno» in Lugano machen den Herbst zur eigenständigen Genusssaison. Ergänzt wird die Herbstkampagne durch Herbstreisen für Medienschaffende, wichtige Reiseveranstalter und Content Creators aus den 21 von Schweiz Tourismus betreuten Märkten. Schweizerinnen und Schweizer erhalten inspirierende Herbstideen und -tipps über verschiedene Medienkooperationen.

Hitzeflucht in den goldenen Herbst

Der wichtigste Treiber hinter der Herbstbegeisterung in diesem Jahr ist das Wetter. 52,5 Prozent der Befragten in der Schweiz nennen «angenehme Temperaturen» als grössten Vorzug von Herbstferien gegenüber dem Sommer. In den USA sind es sogar 66,8 Prozent. Dazu kommt das Bedürfnis nach Ruhe: 40 Prozent der Schweizer Befragten schätzen, dass es im Herbst «weniger Andrang» gibt – deutlich mehr als im Fünf-Länder-Schnitt von 33 Prozent.

Noch wissen längt nicht alle um diese Vorzüge. Seit Jahren nimmt die Nachfrage für touristische Herbstangebote in der Schweiz leicht zu, was sich etwa an der Hotelzimmerauslastung ablesen lässt. Der Herbst hat sich als eigenständige Feriensaison etabliert. Martin Nydegger, Direktor Schweiz Tourismus, kommentiert: «Während viele Schweizerinnen und Schweizer die Vorzüge ihrer landeseigenen Herbstsaison kennen, gibt es in wichtigen Quellmärkten noch Luft nach oben. Deshalb setzt Schweiz Tourismus auch dieses Jahr die Vorzüge des Herbstes im In- und Ausland konsequent ins Schaufenster. Als Basis dafür dient die Strategie Travel Better, die ausdrücklich darauf abzielt, eine bessere Verteilung der Touristennachfrage über das ganze Jahr zu erreichen, und dabei auch weniger bekannte Destinationen sichtbar zu machen.»

(mm/ahü)


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