Amelie Reissnecker und Jael Bregy arbeiten in unterschiedlichen Lehrbetrieben. Für den Brot-Chef bündeln sie ihre Erfahrungen.

Die anfängliche Panik ist längst der Vorfreude gewichen: Jael Bregy und Amelie Reissnecker fiebern ihrem gemeinsamen Auftritt beim Brot-Chef-Finale entgegen und freuen sich auf das Kräftemessen in der Backstube. (Lukas Bidinger)
Amelie: Ich fühlte leichte Panik und hatte überhaupt nicht damit gerechnet. Danach überwog dann aber schnell die Vorfreude.
Jael: Bei mir waren es ebenfalls Angst und leichte Panik, gleichzeitig aber auch Aufregung.
Amelie: Wir haben uns schon immer gut verstanden. Als wir beschlossen haben, gemeinsam am Brot-Chef teilzunehmen, wurde aus unserer Schulbekanntschaft ein richtig gutes Team. Das liegt wohl vor allem daran, dass wir beide ehrlich und zielstrebig sind.
«Aus unserer Bekanntschaft wurde ein richtig gutes Team.»
Amelie Reissnecker, Finalistin
Jael: Dass wir nicht im gleichen Betrieb arbeiten, kann beim Üben zwar ein Nachteil sein, bringt aber auch Vorteile: Wir erhalten Unterstützung aus zwei Betrieben und unterschiedliche Meinungen zu unseren Produkten.
Amelie: Meine Stärken liegen im Zeitmanagement. Ich arbeite zügig und exakt, was uns im Wettbewerb sicher helfen wird. Ausserdem versuche ich, immer positiv zu bleiben. Ich hoffe, dass ich so auch in stressigen Situationen für eine gute Stimmung sorgen kann.
Jael: Ich bin sehr gerne kreativ und experimentierfreudig – nicht nur im Beruf, sondern überall. Wenn mir etwas Spass macht, kann ich mich darin verlieren und sehr viel Zeit investieren.
Amelie: Es ist schon beängstigend. Ich denke aber, dass wir dank unserer Vorbereitung und mit der nötigen Konzentration unser Bestes geben können.
Jael: Es bietet viele Möglichkeiten, kreativ zu werden. Trotzdem muss das Produkt immer im Mittelpunkt stehen. Deshalb haben wir uns bei jeder Idee zuerst gefragt, ob sie geschmacklich und handwerklich funktioniert.
Amelie: Eine Herausforderung wird sein, in derselben Backstube aneinander vorbeizuarbeiten und uns Öfen, Arbeitstische und Knetmaschinen zu teilen. Deshalb achten wir bei der Vorbereitung genau auf Herstellungs-, Gär- und Backzeiten. Auf dieser Grundlage erstellen wir unseren Zeitplan.
Jael: Wenn mehrere Produkte gleichzeitig entstehen, kann es hektisch werden. Ich werde versuchen, den Überblick zu behalten und klare Prioritäten zu setzen.
Jael: Viele Produkte sind ziemlich schnell entstanden. Wir hatten eine Idee oder ein Bild im Kopf und haben versucht, diese direkt umzusetzen. Bei anderen brauchten wir länger. Dann hiess es immer wieder ausprobieren, Fehler machen und daraus lernen.
Jael: Unsere Ausbildner in unseren Lehrbetrieben helfen uns sehr. Eine grosse mentale Unterstützung sind zudem unsere Familien und Freunde. Sie mussten immer als Versuchskaninchen herhalten und alle unsere Produkte testen.
«Unsere Strategie: Wir probieren aus, machen Fehler und lernen daraus.»
Jael Bregy, Finalistin
Amelie: Wir sind beide perfektionistisch, zielstrebig und auch ein bisschen stur. Ausserdem haben wir viel Leidenschaft für unseren Beruf und unsere Produkte. Mit dieser Mischung ist es auf jeden Fall möglich, den Sieg zu holen.
Jael: Gerade weil wir ähnlich denken, sind wir inzwischen ein eingespieltes Team, das immer alles gibt und nie aufgibt.
(Andrea Decker)
Jael Bregy absolviert bei der Bäckerei Reinhard AG in Bolligen/BE das dritte Lehrjahr als Bäckerin-Konditorin EFZ. Amelie Reissnecker ist ebenfalls im dritten Lehrjahr und lernt bei der Bäckerei Leutwyler in Zofingen/AG. Gemeinsam treten sie als «Mit Laib und Seele» an.
Der Brot-Chef wird vom Berufsverband Bäckerei & Confiserie organisiert. Die elfte Ausgabe steht unter dem Motto «Zirkus». Am 17. Oktober treten drei Teams in der Berufsschule Aarau vor Publikum gegeneinander an.