Mit der Hitze des Sommers stieg die Nullgradgrenze zeitweise auf annähernd 5000 Meter über Meer an. Doch die Wärme war nicht der einzige Grund dafür, dass die Gletscher litten. Der Winter 2025/26 ...

Die Schliessung der Sommerskigebiete hat auch Folgen für die Schweizer Schneesport-Teams. Sie können nicht auf den Walliser Gletschern trainieren. (Keystone-SDA)
Mit der Hitze des Sommers stieg die Nullgradgrenze zeitweise auf annähernd 5000 Meter über Meer an. Doch die Wärme war nicht der einzige Grund dafür, dass die Gletscher litten. Der Winter 2025/26 galt als der trockenste seit 35 Jahren. Ergiebige Schneefälle gab es einzig im Februar. Der Schneemangel wiederum hat Konsequenzen für die letzten beiden Schweizer Sommerskigebiete.
In Saas-Fee/VS stellten die Skilifte auf dem Fee- und Allalingletscher ihren Betrieb am 10. August ein. Bis zu diesem Datum verzeichneten die Saastal Bergbahnen Besucherzahlen, die leicht über denjenigen des Vorjahres lagen. «Selbst nach der Schliessung des Sommerskigebietes durften wir viele Individualgäste bei uns begrüssen», schrieb Emmanuel Rossi von der Saastal Bergbahnen AG auf Anfrage. «Aufgrund der fehlenden Skiteams verzeichneten wir in der zweiten Augusthälfte jedoch einen Rückgang der Gäste in unserer Destination.» Die Folgen bekamen lokale Hotels und Gastbetriebe zu spüren. Einige mussten Kurzarbeit beantragen.
Ähnlich klingt es im benachbarten Tal in Zermatt/VS. Auch dort sind die Skipisten auf dem Theodulgletscher am Klein Matterhorn bereits seit Ende Juli gesperrt. In einer Medienmitteilung betonte Martin Hug, CEO der Zermatt Bergbahnen AG: «Die Sicherheit der Gäste sowie der Mitarbeitenden hat jederzeit oberste Priorität. Gleichzeitig legen wir grossen Wert darauf, dass unsere Gäste während der gesamten Betriebszeit von guten und sicheren Bedingungen profitieren können. Sind diese Voraussetzungen nicht mehr erfüllt, wird der Betrieb verantwortungsvoll an die natürlichen Gegebenheiten angepasst.» Von der temporären Einstellung betroffen ist ausschliesslich der Sommerskibetrieb der Gäste.
Die Unterhaltsarbeiten an den Pisten und Transportanlagen werden ebenso fortgeführt wie die Vorbereitungen für die Gäste- und Trainingspisten. «Dank der einmal mehr ausgezeichneten Arbeit der Zermatt Bergbahnen fanden wir seit Ende Juni hervorragende Verhältnisse auf dem Theodulgletscher vor. Wir sind sehr dankbar, dass zumindest einzelne unserer Teams auch in den kommenden Tagen die Möglichkeit haben werden, trotz herausfordernder Rahmenbedingungen Trainingseinheiten in Zermatt absolvieren zu können», sagte Hans Flatscher, Alpin-Direktor von Swiss-Ski.
«Das Matterhorn Glacier Paradise, das Alpine Crossing sowie die Wander-, Bike- und Ausflugsangebote werden weiterhin rege genutzt», sagte Jenny Imboden von der Zermatt Bergbahnen AG. «Die Nachfrage nach diesen Bergerlebnissen ist erfreulich.» So lockt das Klein Matterhorn auf 3883 Meter über Meer auch viele Nicht-Skifahrer an. Denn das Panorama mit 38 Viertausendern und (noch) 14 Gletschern ist auch im Sommer beeindruckend.
Die wirtschaftlichen Folgen des Hitzesommers für den Tourismus sind noch nicht abzusehen. Genauso wenig können die Kosten für die klimabedingte Anpassung der Infrastruktur beziffert werden. Dazu kommt die Image-Frage und ob Gäste in dieser Situation noch buchen.
(Gabriel Tinguely)