Die Unterstützung des Nachwuchses ist für Emmi ein Herzensthema. Ein Gespräch über Leidenschaft, Trends und die internationale Kochkunst.

Emmi ist Spezialistin im Bereich Glace-, Käse- und Milchprodukte.
Mir ist vor allem in Erinnerung geblieben, dass ich damals sehr viel Zeit in etwas investiert habe, für das ich viel Leidenschaft hatte. Und zwar mit allen Konsequenzen, die das hatte – denn diese Zeit fehlte natürlich anderswo. Dies für die Schweiz und unsere Berufsgattung zu tun, war Ehrensache. Zudem sind in dieser Zeit viele wertvolle Begegnungen und Freundschaften entstanden, die ich teils heute noch pflegen darf.
Ich habe gelernt, dass ein guter Teamspirit das A und O ist. Man muss gemeinsam funktionieren – auch wenn es mal nicht optimal läuft. Persönlich ist mir die akribische Vorbereitung und Organisation geblieben. Bei mir ist alles aufgeräumt, alles muss ein System haben – manchmal fast ein bisschen zu sehr (lacht).
Es ist alles viel professioneller geworden, gerade in der Schweiz. Zu meiner Zeit wurden wir als Aargauer Kochgilde zur Kochnationalmannschaft erkoren. Heute werden die besten Talente gesucht, die dann ein neues Team bilden. Nicht zuletzt dank Sponsorengeldern bleibt den Teammitgliedern heute mehr Zeit, sich professionell auf Wettbewerbe vorzubereiten. Da wurde ein riesiger Schritt vorwärts gemacht.

Roman Okle ist Leiter Food Service bei der Firma Emmi. 2010 gewann er mit der Aargauer Kochgilde den Weltmeistertitel.
Wir sehen uns als Branchenleader im Food Service und investieren viel in die Nachwuchsförderung. Wir sind überzeugt, dass unsere Gesellschaft eine starke Gastronomiebranche braucht. Dazu wollen wir unseren Beitrag leisten.
Es handelt sich nicht nur um ein reines Sponsoring, sondern um eine echte Zusammenarbeit. Auf unserer Plattform «Chef Inside» helfen uns Profis aus der Branche, darunter auch aus den Kochnationalmannschaften, mittels Befragungen und Workshops bei der Entwicklung neuer Produkte. So gab es beispielsweise viele Rückmeldung zum Trend «kalte Kaffeegetränke»: Die Gastronomie sucht Produkte mit Differenzierungspotenzial und diesem Bedürfnis wollen wir gerne entsprechen.
«Dairy is back» – Milchprodukte sind zurück. Milch ist ein natürliches Produkt und entspricht dem aktuellen Gesundheitstrend. Milchprodukte liefern Proteine und können fermentiert oder mit Probiotika angereichert die Darmgesundheit fördern. Wir wollen hier noch mehr Produkte anbieten, damit auch die Gastronomie diesen Trend nutzen kann.
Wir folgen den Trends und wollen divers aufgestellt sein. Vegane Produkte zu lancieren, war eine gute Entscheidung. Wir sehen beispielsweise, dass die Barista-Edition im Food Service besonders gut läuft. Gerade weil wir mit Schweizer Hafer als Basis auch den Swissness-Faktor bieten.
Oft geht es darum, auf bereits etablierten Produkten einen Mehrwert zu bieten. Ein Beispiel sind laktosefreie Produkte: Dieses Konzept ist zwar schon lange etabliert, die Nachfrage wächst aber stetig weiter. Letztlich versuchen wir im Food Service, die Trends aus dem Detailhandel auch für Gastronomen zugänglich zu machen. Wenn also beispielsweise laktosefreie Produkte im Detailhandel grossen Absatz finden, dann wollen wir auch entsprechende Lösungen für die Gastronomie anbieten. Schliesslich gehen die Kunden des Detailhandels auch gerne mal auswärts essen.
Leider konnte ich das aktuelle WM-Menü noch nicht selbst probieren. Ich bin aber überzeugt, dass die Juniorinnen hochprofessionell auftreten werden. Die kurzfristigen Anpassungen im Reglement, die kürzlich bekannt wurden, sehe ich als Chance für das Team: Es wird die nötige Flexibilität beweisen und sich so von anderen Teams abheben.
Es braucht vor allem Disziplin, Durchhaltewillen und eine gemeinsame Vision. Letztere nicht nur auf Papier, sondern tatsächlich verinnerlicht. Jedes Teammitglied muss das Ziel stets vor Augen haben und in sich tragen.
Grundsätzlich nicht, nein. Was aber manchmal fehlt, ist dieser ganz besondere Wettkampfgeist, der unbedingte Wille, gemeinsam ein Ziel zu erreichen und eine Medaille zu gewinnen. Der Moment der Rangverkündigung ist einmalig – so etwas gibt es in meinem Leben natürlich nicht mehr. Aber zum Glück gibt es auch Wertschätzung anderer Art.
(Anegla Hüppi)