Himmlisch kreative Auszeit vom Alltag

Das «From Heaven» in Bad Ragaz/SG ist Tapas- und Weinbar, Take-away sowie Kultur- und Eventlocation. Vor allem aber ist es ein Ort zum Verweilen.

Gemütliche Ecken laden zum Plaudern oder zum Schmökern in den Kunstbüchern ein. (Bilder ZVG)

Direkt gegenüber dem Bahnhof Bad Ragaz steht ein imposantes Jugendstilgebäude – das ehemalige Hotel Bristol. Heute können Gäste hier zwar nicht mehr logieren, aber sie können im «From Heaven» eine himmlische Zeit verbringen. Dafür sorgen Sylvio und Leandra Rodrigues mit ihrem Team. Leandra ist gelernte Hotelund Gastronomiefachfrau und für die Führung des Restaurants und der Mitarbeitenden zuständig. Ihr Mann, ehemaliger Teamleiter im Private Banking und leidenschaftlicher Partyorganisator, kümmert sich um die administrativen und künstlerischen Belange.

Kaum eröffnet in den Lockdown

Zusammen mit seinem Bruder und fünf Freunden hat Sylvio Rodrigues das «From Heaven»-Konzept erarbeitet, baulich realisiert und den Betrieb im August 2020 eröffnet. «Kurz danach kam der Lockdown. Wir haben sofort ein Take-away etabliert, aber es war dennoch eine schwere Zeit», erinnert sich Sylvio Rodrigues. Unter anderem, weil es für Start-ups lange keine Ausfallentschädigung gab, da sie ja keine Daten aus früheren Betriebsjahren vorweisen konnten. «Nach Covid hatten wir ein Minus von 120 000 Franken.»

Von dieser schweren Zeit ist heute nichts mehr zu merken. Das «From Heaven» strahlt eine lebensbejahende Leichtigkeit aus. Ob das an der kreativ-verspielten Einrichtung liegt? Oder an den Kunstwerken und Kunstbüchern, die ausgestellt sind? Liegt es am abwechslungsreichen Eventprogramm, das Raum für persönliche Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse bietet? An den Musikern, die nicht weltbekannt sind, aber weltklassig spielen und hier eine Plattform finden? Oder sind die unkomplizierten Gastgeber der Grund, die alle Gäste duzen und sie mit kleinen, ausgewählten Köstlichkeiten aus Küche und Keller verwöhnen? Vermutlich ist es der gekonnte Mix aus Kunst, Kulinarik und Kommunikation, der dafür sorgt, dass sich Junge wie Ältere im «From Heaven» gleichermassen wohlfühlen.

Marmorsäulen und Lüster bilden einen schönen Kontrast zum modernen Mobiliar.

Spanische Küche und Engels-Pipi

Dass die Speisen im «From Heaven» einen mediterranen Einschlag haben, ist dem Küchenchef Sergio Mahiques geschuldet. Der gebürtige Spanier bereitet neben Tapas, Tortillas und Croquetas auch gefüllte Croissants zu. Sie sind das kulinarische Markenzeichen des «From Heaven». Es gibt sie pikant mit fleischhaltigen oder pflanzenbasierten Füllungen sowie süss mit Lotus- oder Pistazien-Creme. Ebenfalls eine Spezialität sind die hausgemachten Empanadas der Kolumbianerin Christie Mullis.

Zu den spanisch-kolumbianischen Snacks serviert Leandra Rodrigues gerne einen der Weine, die extra fürs «From Heaven» abgefüllt wurden. Der «White Drops from Heaven» ist ein Federweiss aus Fläsch und der «Red Drops from Heaven» ein Pinot Noir aus Malans. Die Etiketten ziert ein süsses Engelchen, dass im hohen Bogen von einer Wolke hinunterpinkelt. «Die Etiketten hat mein Bruder gestaltet», erzählt Leandra Rodrigues und ergänzt: «Sie sind eine Erinnerung an unseren Vater, der vor vier Jahren gestorben ist. Er sagte immer, wenn er einen besonders guten Wein trank: «Äs isch, als bislet eim as Ängali in da Hals». So gesehen, ist jedes hier genossene Glas Wein wortwörtlich auch ein Gruss «From Heaven».

(Riccarda Frei)


Mehr Informationen unter:

fromheaven.ch


Fakten und Zahlen

Sitzplätze 80 innen und 80 aussen

Geöffnet Dienstags bis sonntags

Durchschnittsbon abends 35 Franken

Mitarbeitende 9 Vollzeitstellen inklusive Geschäftsführung

Kulturprogramm und Events: Regelmässig finden Live-Konzerte, Quiz-Abende, Sunday Brunches mit spanischer Gitarrenbegleitung und Podiumsgespräche statt