The Japanese Restaurant im Hotel The Chedi Andermatt erhält den dritten Michelin-Stern. Damit zählt die Schweiz neu fünf Drei-Sterne-Restaurants. Sieben Betriebe werden erstmals mit einem Stern ausgezeichnet. Das Berner «Myle» erhält zudem den Award «Opening of the Year».

Dominik Sato und Fabio Toffolon. (ZVG)
Michelin hat am 2. November in der Andermatt Konzerthalle die Restaurantauswahl des Michelin Guide Schweiz 2026 vorgestellt. Sie umfasst 133 Sternerestaurants: 106 mit einem, 22 mit zwei und fünf mit drei Sternen. Mit dem Aufstieg von The Japanese Restaurant verfügt Andermatt/UR nun über vier Sternerestaurants aus allen drei Kategorien. Die 22 Zwei-Sterne-Restaurants bestätigen ihre Auszeichnung.
In The Japanese Restaurant im Hotel The Chedi Andermatt teilen sich die Zwillingsbrüder Fabio Toffolon und Dominik Sato die Küchenleitung. Sie verbinden japanische Einflüsse mit klassischen Techniken und erhalten dafür neu drei Michelin-Sterne. Das Hotel ist zudem mit zwei Michelin Keys ausgezeichnet.
Die bisherigen vier Drei-Sterne-Restaurants behalten ihre Auszeichnung: das Memories im Grand Resort Bad Ragaz/SG mit Sven Wassmer, das Cheval Blanc by Peter Knogl in Basel mit Peter Knogl, das Restaurant de l’Hôtel de Ville in Crissier/VD mit Franck Giovannini sowie Schloss Schauenstein in Fürstenau/GR mit Andreas Caminada und Marcel Skibba.
In Bern erkocht Markus Arnold im Myle auf Anhieb einen Stern. Zuvor führte er in derselben Stadt das Restaurant Steinhalle. In der Bärenstobe in Gonten/AI erhält Michael Gollenz die Auszeichnung für seine moderne Küche mit regionalen und internationalen Akzenten. Bereits im Restaurant Alfred Keller auf der kroatischen Insel Lošinj hatte er einen Stern erkocht.
Pietro Catalano überzeugt im CAAA by Pietro Catalano in Luzern mit moderner, italienisch und regional geprägter Küche. Der Autodidakt absolvierte ursprünglich eine Ausbildung zum Automechaniker und studierte klassische Trompete an der Hochschule Luzern. Ebenfalls neu ausgezeichnet wird das Ristorante con enoteca Origini von Guglielmo Curcio in Morbio Inferiore/TI.
Die weiteren Neuzugänge sind der Schlüssel in Oberwil/BL, das ad lib in Zermatt/VS und das Rémy in Zürich. Damit zählt die Schweiz insgesamt 106 Ein-Stern-Restaurants.
Den Michelin Service Award erhält Nicole Sawyere vom neu mit einem Stern ausgezeichneten Restaurant ad lib in Zermatt. Seit Dezember 2025 führt sie den Betrieb im Hotel Welschen gemeinsam mit ihrem Mann Dietmar sowie Tochter und Sohn. Die Michelin-Inspektorinnen und -Inspektoren würdigen ihren herzlichen, aufmerksamen Service und ihre kompetente Weinberatung. Das Hotel mit Blick auf das Matterhorn ist mit einem Michelin Key ausgezeichnet.
Der Michelin Young Chef Award geht an Guglielmo Curcio vom Ristorante con enoteca Origini in Morbio Inferiore. Der 1994 geborene Tessiner sammelte unter anderem im Del Cambio in Turin und als Souschef von Davide Caranchini im Materia in Cernobbio Erfahrung. Seine Küche zeichnet sich durch handwerkliche Präzision und einen sicheren Umgang mit hochwertigen Produkten aus. Fermentation und wild wachsende Kräuter prägen seine Gerichte.
Mit dem Michelin Sommelier Award wird Émeline Gigaud vom Ein-Stern-Restaurant Arakel in Genf geehrt. Die Französin arbeitete zuvor im Hotel Cap Estel in Èze, bei Joël Robuchon in Monaco und im Londoner Drei-Sterne-Restaurant Sketch, The Lecture Room and Library von Pierre Gagnaire. Seit September 2025 ist sie Chef-Sommelière und Restaurantleiterin im Arakel. Michelin lobt die ungezwungene Art, mit der sie ihre Gäste durch eine Weinkarte mit rund 1500 Positionen begleitet. Diese umfasst eine grosse Auswahl an Burgunderweinen und Champagner aus dem Hause Krug.
Das neu mit einem Stern ausgezeichnete Myle in Bern erhält zusätzlich den Michelin Award «Opening of the Year». Markus Arnold bietet dort eine «Cuisine Voyage»: Seine wechselnden Menüs widmen sich jeweils einer kulinarischen Destination und verbinden deren Aromen mit Techniken der europäischen Spitzenküche. Bis Ende November steht Mexiko-Stadt im Mittelpunkt, ab Dezember Athen.
Untergebracht ist das Restaurant in einem ehemaligen Kino aus den 1970er-Jahren, das umfassend umgebaut wurde. Im Zentrum steht die grosse, offene Küche mit einem Molteni-Herd.
Bereits eine Woche zuvor hatte Michelin elf Schweizer Restaurants neu mit einem Bib Gourmand ausgezeichnet. Damit tragen landesweit 92 Betriebe die Auszeichnung für ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Unabhängig vom Küchenstil würdigt sie sorgfältig zubereitete Gerichte aus hochwertigen Produkten zu fair kalkulierten Preisen.
(mm/ade)