In Schlieren/ZH stellt Tenz Momo täglich Tausende Momo her – tibetische Teigtaschen, von Hand gefaltet. Die Grosshandelspartnerin Pistor liefert Zutaten und Betriebsbedarf und eröffnet Tenz Momo als Vertriebspartnerin zusätzliche Absatzmöglichkeiten in der Gastronomie.

Tenzin Tibatsang, Gründer und CEO von Tenz Momo, macht mit tibetischer Esskultur in der Schweiz seinen Weg. (Jakob Ineichen)
Gefaltet wird von Hand. Auch dann, wenn je nach Produktmix an einem Produktionstag rund 60 000 Momo entstehen. In der Momofaktur, der Produktionsstätte von Tenz Momo in Schlieren/ ZH, hat tibetisches Handwerk auch im grossen Massstab seinen Platz. Auf über 3500 Quadratmetern befinden sich Produktion, Lager und Büros unter einem Dach. Damit die Herstellung läuft, braucht es passende Rohstoffe, verfügbare Waren und planbare Lieferungen. Seit September 2021 arbeitet Tenz Momo dafür mit Pistor zusammen. Die unabhängige Schweizer Grosshandelspartnerin aus Rothenburg/LU beliefert Gastronomiebetriebe, Bäckereien, Spitäler und Heime mit Food- und Non-Food-Produkten. Inzwischen verbindet die beiden Unternehmen auch der Vertrieb der tibetischen Spezialität.
Begonnen hat alles im Kleinen. Gründer und CEO Tenzin Tibatsang, kurz Tenz, wurde in Tibet geboren und floh als Kind mit der Familie über Nepal und Indien in die Schweiz. «Hier fand ich eine zweite Heimat. Gleichzeitig merkte ich mit der Zeit, dass meine Verbindung zur tibetischen Sprache und Kultur schwächer wurde.» Er engagierte sich deshalb in tibetischen Organisationen und Vereinen und suchte nach einer Möglichkeit, deren Projekte zu unterstützen. So begann er neben seiner Arbeit als Grafiker Momo zu verkaufen: zunächst am Mittagstisch seines damaligen Arbeitgebers, später an Veranstaltungen und Street-Food-Festivals. Aus dieser Idee entstand 2015 Tenz Momo. Zwei Jahre später eröffnete das erste Restaurant am Zürcher Lochergut. Es folgten der Einstieg ins Geschäft mit Firmenkunden, die Zusammenarbeit mit dem Detailhandel und 2022 die Eröffnung der Momofaktur.

In der Momofaktur in Schlieren wird tibetisches Handwerk täglich gelebt. (Tenz Momo)
In Tibet werden Momo traditionell gemeinsam zubereitet und gegessen. Auch bei Tenz Momo entstehen die Teigtaschen nach eigenen Rezepturen, werden mit hochwertigen, möglichst regionalen und saisonalen Zutaten gefüllt und von Hand gefaltet. «Dieses Handwerk gehört seit der Gründung zur Identität von Tenz Momo. Dahinter stehen Menschen, Wissen, Tradition und wichtige Arbeitsplätze», sagt Tenz Tibatsang. Mit dem Wachstum steigen zugleich die Anforderungen an die Abläufe. Der Qualitätsanspruch reicht von der Auswahl der Rohstoffe über die Herstellung und Verpackung bis zur Lagerung und Auslieferung. «Unsere Gäste und Partner müssen sich darauf verlassen können, dass unsere Produkte sicher sind und gleichbleibend gut schmecken.»
Pistor kam noch vor dem Umzug nach Schlieren dazu. Der damalige Produktionsleiter kannte das Unternehmen aus seiner früheren Tätigkeit und brachte es als ersten Grossisten bei Tenz Momo ein. Die ersten Gespräche fanden an der Zürcher Langstrasse statt, wo sich das Restaurant mit der Produktionsküche befand. Zunächst belieferte Pistor die Produktion. Später kamen die Standorte hinzu. Heute bezieht Tenz Momo über Pistor Zutaten für seine Momofüllungen, Saucen und weiteren Spezialitäten. Dazu kommen Lebensmittel für die Mitarbeiterverpflegung, Reinigungsmittel und Verbrauchsmaterialien für die Momofaktur und die Betriebe. «Entscheidend sind für uns eine verlässliche Produktqualität, eine hohe Lieferfähigkeit und passende Gebindegrössen», sagt der CEO. Mit Pistor hat Tenz Momo einen Partner gefunden, der diese Anforderungen im Alltag erfüllt.
Tenzin Tibatsang, Gründer/CEO
Was in der zentralen Produktion gebraucht wird, unterscheidet sich vom Bedarf eines kleinen Take-aways. Gerade dort hilft es, möglichst viele Artikel bei einem Lieferanten wie Pistor bestellen zu können. «Das vereinfacht die tägliche Warenversorgung und reduziert den administrativen Aufwand», erklärt Tenz Tibatsang.

Die tibetischen Teigtaschen werden traditionell im Dampfkörbchen gegart. (Jakob Ineichen)
Tenz Momo legt Lieferanten, Sortimente und Konditionen zentral fest. Innerhalb der freigegebenen Artikellisten bestellen die Restaurants und Take-aways selbst, was sie benötigen. Ihre Bestellmengen passen sie dem jeweiligen Tagesgeschäft an. Für den Einkauf der Momofaktur ist die Produktionsleitung zuständig. In der Regel wird die Produktion zweimal pro Woche beliefert. Bestellt wird bei Pistor unkompliziert über Mercanto, den digitalen Marktplatz für den Einkauf von Geschäftskunden. «So verbinden wir die operative Flexibilität unserer Betriebe mit einer zentral gesteuerten Beschaffung», erklärt der CEO.
Heute bringt Pistor die fertigen Momo auch zu weiteren Gastronomiebetrieben: Die Produktlinie «Tenz Professional Entry Momo» wird über Pistor vertrieben und kann über Mercanto bestellt werden. Damit funktioniert die Partnerschaft in beide Richtungen. Pistor liefert Waren für die Herstellung und den Betriebsalltag und macht zugleich die fertigen Momo für zusätzliche Gastronomie- und Geschäftskunden zugänglich. «Für Tenz Momo ist das besonders wertvoll, weil wir unsere Produkte über eine im Gastronomiemarkt etablierte Vertriebs- und Logistikinfrastruktur anbieten können», erklärt Tenz Tibatsang

An Festivals lernen viele Gäste die Momo kennen. (Tenz Momo)
Während Tenz Momo gewachsen ist, blieb der persönliche Kontakt zu Pistor konstant. «Seit den ersten Gesprächen begleitet uns derselbe Kundenbetreuer», sagt Tenz Tibatsang. Er kennt die Entwicklung von Tenz Momo und versteht die betrieblichen Anforderungen. Vom Restaurant mit Produktionsküche an der Langstrasse über den Umzug in die Momofaktur bis zur Belieferung weiterer Standorte hat sich bei Tenz Momo vieles verändert. Künftig möchte Tenz Tibatsang seine Standorte weiterhin möglichst umfassend und effizient aus einer Hand versorgen. Gleichzeitig wollen die beiden Partner auf der bisherigen Zusammenarbeit aufbauen und prüfen, wie sich sowohl die Warenversorgung als auch der Vertrieb der Momo weiterentwickeln lassen.
Für den Gründer zählt dabei auch der persönliche Austausch mit Pistor: «Eine starke Partnerschaft bedeutet für mich, dass man die Anforderungen des anderen versteht, gemeinsam Lösungen findet und sich miteinander weiterentwickelt.»
(Andrea Decker)