Regula Baschung ist voll im Wettbewerbsmodus

Regula Baschung reist an die World Skills 2026 in Shanghai und startet im Skill Pâtisserie/Confectionery. Auf dem Weg dorthin erlebt sie eine intensive Zeit.

Regula Baschung backte schon als Teenager Zopf und Gipfeli für Nachbarn. Heute bereitet sie sich auf die grosse Bühne der Berufsbildung vor. (Swiss Skills)

Für Regula Baschung ist die Teilnahme an den World Skills in China mehr als ein Wettkampf. Sie lerne und sehe vieles, was man im Beruf – wenn überhaupt – oft erst viel später erfahre. Und es kommt viel auf sie zu: ein Wettkampf mit Teilnehmern aus der ganzen Welt, in einem entfernten Land, das anders ist als jenes, in dem sie aufgewachsen ist. «Doch das Leben beginnt am Ende der Komfortzone. Und was wäre das Leben ohne Herausforderungen?»

Ihre Leidenschaft entdeckte sie früh. «Ich habe als Kind schon beim Backen geholfen», sagt sie. Als Teenager verkaufte sie den Nachbarn frischen Zopf und Gipfeli. Daraus entstand der Wunsch, eine Lehre als Bäckerin-Konditorin zu absolvieren. Während der Ausbildung merkte sie jedoch, dass ihr feinere Arbeiten mehr entsprechen. Deshalb absolvierte sie später bei Läderach in Glarus die Zusatzlehre als Confiseurin.

In ihrem Skill zählen Geschmack, Präzision und Optik. In der Vorbereitung arbeitet Regula Baschung intensiv an diesen Grundlagen. Aus früheren World Skills weiss ihr Team, welche Elemente gefragt sind: Torten, Pâtisserie, Pralinen, modellierte Arbeiten und ein Schaustück. Dafür hat sie mit verschiedenen Coaches Produkte entwickelt, die sich je nach Thema anpassen lassen. Diese übt sie selbständig und unter Zeitdruck. Entscheidend ist für sie, flexibel zu bleiben und die Techniken auch dann abrufen zu können, wenn sich Vorgaben verändern.

«Das Leben beginnt am Ende der Komfortzone.»

Regula Baschung, World-Skills-Kandidatin

Mit Druck umgehen lernen

Aktuell ringt das Talent am stärksten mit dem Druck. «Nicht nur meine Coaches erwarten viel von mir, sondern auch die Branche», sagt sie. Dazu kommt die Ungewissheit, ob alles so funktioniert wie im Training. «Wenn nur eine Zutat komplett anders ist, könnte ein Produkt schon in die Hose gehen.» Auch die Konkurrenz schätzt sie stark ein, besonders die asiatischen Länder. Dort würden Talente über Jahre auf einen solchen Wettkampf vorbereitet.

Sicherheit geben ihr die Menschen, die sie auf diesem Weg begleiten. Eine wichtige Rolle spielt ihre Mentalcoach Daniela Blatty. «Sie kennt mich so gut wie fast niemand», sagt sie. Auch Hauptcoach Yves-Alain Braichet prägt sie. Er höre zu, hole sie zurück, wenn sie zu weit vorausdenke, setze hohe Ziele und sage offen, wenn etwas nicht gut laufe.

In Shanghai möchte Regula vor allem eines zeigen: «Jeder kann etwas erreichen, egal mit welcher Geschichte oder mit welchem Hintergrund.»

(Andrea Decker)

Das Interview mit Coach Yves-Alain Braichet lesen Sie hier.


Zur Person

Regula Baschung ist gelernte Bäckerin-Konditorin-Confiseurin EFZ und arbeitet bei der Richemont Fachschule in Luzern.

worldskills.org