Lilian Rilter, Leiterin Marketing und Front Office bei Lötschental Tourismus, über die Situation im Tal ein Jahr später.

Das Bergdorf Blatten im Lötschental/VS wurde am 28. Mai 2025 bei einem Bergsturz und Gletscherabbruch fast vollständig verschüttet. (ZVG)
Insgesamt blicken wir vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Für diesen Sommer ist es uns bereits gelungen, den Camping Lötschental in Kippel wieder zu eröffnen. Zudem wirkt sich auch das neue Hotel Momentum auf der Lauchernalp positiv auf die Bilanz aus. Ebenfalls soll ab Juli das Hotel Fafleralp, das grösste Hotel im Tal mit über 100 Betten, wieder öffnen. Die Fafleralp bleibt damit ein wichtiger Bestandteil des touristischen Angebots im Lötschental. Wir sind überzeugt, dass sich die Situation mit jeder Saison weiter verbessern wird. Dennoch wird es noch einige Jahre dauern, bis wieder das Niveau vor dem Bergsturz erreicht werden kann.
Letzten Sommer verzeichneten wir einen Rückgang von 45 Prozent, im Winter lag dieser bei 20 Prozent bei den Übernachtungen. Bei den Bergbahnen zeigt sich hingegen eine erfreuliche Entwicklung: Wir konnten neue Gäste gewinnen und durften zahlreiche Tagesgäste begrüssen.
In Blatten gingen infolge des Bergsturzes rund 100 Hotelbetten verloren. Zudem wurden auch die gut ausgelastete Gruppenunterkunft in Blatten sowie zahlreiche Ferienwohnungen in Blatten zerstört. Bei den Übernachtungen in Ferienwohnungen hatte Blatten einen Anteil von zirka 20 Prozent.
Ja, durchaus. Das Hotel Momentum konnte im vergangenen Winter bereits eine sehr gute Auslastung verzeichnen. Dies zeigt, dass trotz der Herausforderungen weiterhin eine stabile Nachfrage besteht und neue Angebote von den Gästen positiv angenommen werden.
Die geplante Nutzungsdauer beträgt mindestens fünf Jahre. Aufgrund der baulichen Ausführung sowie der bestehenden Bewilligungen besteht jedoch die Möglichkeit, dass das «Momentum» auch über diesen Zeitraum hinaus bestehen bleiben kann.
Sämtliche Wanderwege ausserhalb des Schuttkegels können auf die Sommersaison hin wieder geöffnet werden und stehen den Gästen somit zur Verfügung. Dies entspricht über 95 Prozent des Wanderwegnetzes im Lötschental. Aktuelle Informationen zu den Wanderwegen und zur Situation vor Ort können jederzeit bei der Tourist Information Lötschental eingeholt werden.
Wir sehen für den Tourismus im Lötschental eine vielversprechende Zukunft. Das Tal verfügt über eine einzigartige Kombination aus lebendiger Tradition, eindrucksvoller Natur und attraktiven touristischen Angeboten. Besonders die traditionsreichen Tschäggättä sowie die historischen Herrgottsgrenadiere prägen die kulturelle Identität des Lötschentals und machen die Region weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt. Gleichzeitig bietet das Lötschental eine aussergewöhnliche Naturkulisse mit zahlreichen Wander- und Erholungsmöglichkeiten sowie mit der Lauchernalp ein äusserst schneesicheres und familienfreundliches Skigebiet. Die enge Verbindung zwischen Gästen und Region ist dabei besonders wertvoll: Viele Besucherinnen und Besucher fühlen sich dem Lötschental seit Jahren eng verbunden und kehren regelmässig zurück. Diese starke Verbundenheit und Loyalität geben uns Zuversicht und bilden eine wichtige Grundlage für die positive Entwicklung des Tourismus in den kommenden Jahren.
(Ruth Marending)