Stolperfrei und trittsicher durch den Arbeitstag

Schuhe spielen in Bezug auf Gesundheit und Unfallprävention wortwörtlich eine tragende Rolle. Besonders im Gastgewerbe ist gutes Schuhwerk Pflicht.

Ein Servicemitarbeiter läuft pro Arbeitstag im Durchschnitt bis zu 15 Kilometer. Das macht im Monat 300 Kilometer, was etwa der Distanz zwischen Lausanne und St. Gallen entspricht. Fast noch mehr Weg legen Mitarbeitende im Housekeeping zurück. Besonders in weitläufigen Hotels und Resorts können bis zu 20 Kilometer pro Tag zusammenkommen.

Gerade Frauenfüssen tut ein regelmässiger Schuhwechsel gut. (Adobe-Stock)

Stolpern kostet 1,4 Milliarden Franken pro Jahr

Damit die Füsse gesund bleiben und Stolperunfälle vermieden werden, ist gutes Schuhwerk das A und O. In der Schweiz ist Stolpern übrigens die Unfallursache Nummer eins. Gemäss Suva verletzen sich so jährlich rund 200 000 Personen, was Kosten in der Höhe von 1,4 Milliarden Franken verursacht. Die mit Abstand (42 %) häufigsten Stolperverletzungen sind Verrenken, Verstauchen, Zerrungen und Risse.

Auf Rang zwei und drei liegen Prellungen und Schürfungen (29 %) sowie Brüche (14 %). Zwei Prozent der Stolpernden erleiden sogar Gehirn-, Nerven- und Rückenmarksverletzungen. Ein Viertel der Stolperunfälle (54 000) im Jahr ereignen sich auf Treppen. Um hier Unfällen vorzubeugen, sollten Treppenstufen immer gut sichtbar markiert, sauber, trocken und hindernisfrei sein. Ausserdem sollten alle Treppen über einen Handlauf verfügen. Je 12 000 weitere Stolperunfälle ereignen sich beim Tragen von Objekten, beim Gehen auf Strassen und Wegen oder beim Hängenbleiben an Einrichtungsgegenständen, beispielsweise an einem Teppich.

Sicherheit und Komfort

Natürlich soll das Schuhwerk gerade im Service und am Empfang schick aussehen. Aber es muss vor allem bequem und rutschfest sein. Letzteres ist besonders überall dort wichtig, wo Böden auch mal nass sein können: im Spa, in der Lingerie oder in der Küche.

Egal, in welchem Bereich der Hotellerie-Gastronomie man arbeitet, die Schuhe sollten unbedingt ein Fussbett haben, das den Fuss gut stützt und ihm auch auf unebenen Böden – beispielsweise auf dem Kiesplatz im Biergarten – sicheren Halt gibt. Damit tut man nicht nur seinen Füssen etwas Gutes, sondern auch den Knien, Hüften und dem ganzen Rücken. Denn was unten nicht stimmt, wird oben ausbalanciert. Das wiederum kann zu Fehlhaltungen und Verspannungen führen.

Arbeitsschuh ist nicht gleich Sicherheitsschuh

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Arbeitsschuhen. Sie haben jeweils eine andere Schutzwirkung. Berufsschuhe müssen mindestens einen schützenden Bestandteil, zum Beispiel durchtrittsichere Einlage, aufweisen. Sie sind mit der Kennung O gezeichnet.

Schutzschuhe mit der Kennzeichnung P verfügen über Zehen-kappen, die mechanischen Einwirkungen mit einer Prüfenergie von mindestens 100 Joule widerstehen. Mit anderen Worten: Die Zehen bleiben in diesem Schuh selbst dann unversehrt, wenn einem ein zehn Kilo schweres Gebinde aus einer Höhe von einem Meter auf den Fuss fällt. Sogar die doppelte Schutzwirkung weisen Sicherheitsschutzschuhe mit der Kennzeichnung S aus.

Welcher Schuh der richtige ist, hängt davon ab, wovor er schützen soll. Vor herabfallenden oder rollenden Scherben und Gegenständen? Vor Dampf, Kälte, Hitze, Chemikalien oder elektrostatischer Aufladung? Unter suva.ch gibt es eine Liste mit Auswahlkriterien, die helfen, den perfekten Berufs-, Schutz- und Sicher-heitsschuh für jede Gelegenheit zu finden.

(Riccarda Frei)


Tipps und Tricks

Bei Berufs- und Sicherheitsschuhen ist eine gute Passform wichtig. Daher sollte man Schuhe immer nachmittags probieren. Die Füsse sind dann grösser als morgens. Dadurch spürt man schneller, ob der Schuh drückt oder eine Nahtstelle reibt. Um den Füssen etwas Gutes zu tun, sollte man nicht tagein, tagaus denselben Schuh tragen, sondern die Schuhe wechseln und auch die Höhe der Absätze variieren. In der Freizeit barfuss laufen, zum Beispiel auf einem Barfusspfad, fördert die Fussgesundheit.


Mehr Informationen unter:

suva.ch