Der langjährige Geschäftsführer der Bad Schinzach AG über Aktuelles.

Seit bald 20 Jahren leitet der diplomierte Hotelmanager «Bad Schinznach». (ZVG)
2025 war für uns ein erfreuliches Geschäftsjahr. Wir konnten den Umsatz um 3,6 Prozent steigern und gleichzeitig in verschiedenen Bereichen effizienter arbeiten. Besonders positiv wirkten sich die stabile Nachfrage in den Kernbereichen Kliniken, Thermalbäder und Hotel sowie tiefere Waren-, Finanzierungs- und Fremdleistungskosten aus. Entscheidend war aber das gute Zusammenspiel aller Bereiche.
Vor allem unsere beiden Kliniken arbeiteten hervorragend. Die Privat-Klinik Im Park verzeichnete erstmals über 20 000 Pflegetage, und auch die Klinik Meissenberg in Zug konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen.
Von Sorgenkindern würde ich nicht sprechen, aber es gibt anspruchsvolle Themen. Dazu gehören zunehmender regulatorischer Druck, steigende Personalkosten sowie der Unterhaltsbedarf unserer historischen Gebäude und Anlagen. Diese Herausforderungen nehmen wir ernst und gehen sie aktiv an.
Wir haben Prozessabläufe überprüft und gewisse Dienstleistungen neu organisiert. So wird die Nachtreinigung im Bäderbereich wieder intern erbracht. Dadurch konnten externe Dienstleistungen reduziert, Kosten gesenkt und gleichzeitig Qualität sowie Flexibilität verbessert werden.
Wir haben das bisherige durch ein schrankenloses System ersetzt. Für unsere Gäste bedeutet das eine bequemere Ein- und Ausfahrt, weniger Wartezeiten und eine digitale Zahlungsabwicklung. Gleichzeitig werden die internen Abläufe effizienter.
Eine einzelne fixe Sparsumme steht nicht im Vordergrund. Der Nutzen liegt in effizienteren Prozessen, geringerem Unterhaltsaufwand und einem besseren Gästeerlebnis. Langfristig erwarten wir daraus klare wirtschaftliche Vorteile.
Wir beobachten ein verändertes Buchungs- und Nutzungsverhalten. Mehr Gäste entscheiden sich für höherwertige Angebote wie das Thermi spa oder die Aquarena Sauna. Dadurch konnte der Umsatz im Bäderbereich gesteigert werden trotz stabiler Frequenzen.
Zu Beginn des Jahres mussten wir unsere Preise moderat anpassen, da auch wir mit steigenden Kosten konfrontiert sind. Dies führte zunächst zu einer gewissen Zurückhaltung bei den Buchungen. Im weiteren Jahresverlauf normalisierte sich die Nachfrage wieder. Dank der Preisanpassung konnte der Umsatz trotz weniger Logiernächte stabil gehalten werden.
Wir arbeiten an einer überarbeiteten und leicht reduzierten Projektversion für die Weiterentwicklung unseres Standorts. Dabei verzichten wir auf gewisse ursprüngliche Elemente, um das Projekt effizienter umzusetzen als geplant. Ziel bleibt eine zeitgemässe Infrastruktur mit langfristigem Mehrwert für Gäste, Patienten und Mitarbeitende. Bis Ende Mai erfolgt die Baueingabe, danach erarbeiten wir einen Kostenvoranschlag. Baustart erfolgt frühestens im Frühjahr 2027.
Gemäss aktuellem Planungsstand ist eine Erweiterung des Kurhotels vorgesehen. Geplant sind sechzehn Deluxe-Doppelzimmer, zwei Suiten und im Dachgeschoss eine Junior Suite und vier weitere Suiten. Insgesamt würde das Angebot damit qualitativ ausgebaut und im gehobenen Segment gestärkt. Das Projekt befindet sich in der Überarbeitung, Anpassungen im weiteren Planungsverlauf sind möglich.
(Ruth Marending)