Grosser Luxus in kleinen Häuschen

Elia Frapolli hat bewiesen: Stimmt das Konzept, kommen Gäste selbst im Winter ins Tessin.

Das Habitat Lago Maggiore besteht aus Tiny Houses. Ihr Bau wurde von der Berghilfe und dem Kanton Tessin mitfinanziert.

Die Idee ist bestechend: an einer touristisch wenig erschlossenen, aber attraktiven Lage einen naturnahen, luxuriösen, ganzjährig geöffneten Beherbergungsbetrieb eröffnen und dadurch die lokale Gastronomie fördern, den bestehenden Gästestamm verjüngen und internationaler machen. Für diese Vision wurden das Habitat Lago Maggiore in Gambarogno/ TI und sein Initiant Elia Frapolli im Jahr 2022 für den Hotel Innovation Award nominiert. Frapolli war Direktor von Ticino Turismo und ist heute als Gastgeber und Berater für Hotels und Tourismusdestinationen tätig. Das Habitat Lago Maggiore ist sein Zuhause sowie der Beweis, dass Gäste aus aller Welt unabhängig von der Destination anreisen, wenn das Angebot stimmt. Obschon Gambarogno im Winter keine direkte Sonne bekommt, war das Habitat über die Festtage ausgebucht. Ein Zustand, den es seit seiner Eröffnung im Mai 2025 regelmässig erlebt.

Klein, fein und fast autark

Das Habitat besteht aus sechs Wohnmodulen und einem Hauptgebäude mit Shop, Seminarraum und einer barrierefreien Wohneinheit. Jedes Modul ist so auf dem weitläufigen Hang positioniert, dass es freie Sicht auf den Lago Maggiore und Privatsphäre bietet. Aus Holz und Glas erbaut, fügen sich die Module schön in die Landschaft ein. Zudem sind sie umweltfreundlich und energetisch fast autark. Im Sommer wird der Strombedarf zu 100 Prozent von der eigenen Photovoltaik-Anlage gedeckt, im Winter zu fast 40 Prozent.


Elia Frapolli ist nicht nur Initiant, Inhaber und Gastgeber, er lebt mit seiner Familie auch selbst im Habitat Lago Maggiore.


Jedem Haus sein Chakra

«Als ich das Grundstück zum ersten Mal betrat, spürte ich eine besondere Energie.» Elia Frapolli liess das Areal von Claudio Andretta, Autor des Buches «Orte der Kraft im Tessin», vermessen. Dabei kam heraus: Hier ist ein Kraftort mit 22 000 Bovis-Einheiten*. Dem wird Rechnung getragen. «Jedes Modul ist auf einer Energielinie platziert und einem Chakra zugeteilt. Das erste Haus dem Wurzel-Chakra und so weiter.» Die Einrichtung der Häuser ist zwar einheitlich in edlen Erdtönen gehalten, doch die Künstlerin Giulia Fonti hat für jedes Haus Bilder gemalt, die den Farben und der Energie des jeweiligen Chakras entsprechen. Das siebte, das Kronen-Chakra, befindet sich am Waldrand oben. Dort wurde ein Platz angelegt, der ideal ist für Yoga, Meditation oder um einfach Natur und Aussicht zu geniessen.

Der Pool ist beheizt und dadurch das ganze Jahr über benutzbar. (ZVG)

Kooperationen senken Kosten

Um Personal- und Betriebskosten im Griff zu behalten, arbeitet das Habitat mit Partnern zusammen. «Bei geringer Auslastung reinigen wir selber, bei hoher lassen wir reinigen», sagt Elia Frapolli. Ganz ausgegliedert hat er die Restauration. «Wir wollten die lokalen Gasthäuser nicht konkurrenzieren, unsere Gäste sollen aber trotzdem im Habitat essen können.» Wer seine Frühstücks- und anderen Verpflegungswünsche frühzeitig anmeldet, erhält die Speisen von einem lokalen Restaurant direkt ins Tiny House geliefert. Selbstversorger wiederum finden im kleinen Shop im Hauptgebäude eine gute Auswahl an regionalen Produkten.

(Riccarda Frei) 


Fakten und Zahlen

Geöffnet

Anfang März bis Ende Januar.

Investitionssumme

Rund drei Millionen Franken.

Zimmer

Sechs Wohnmodule mit zwei bis vier Schlafplätzen, Wohnbereich, Küchenzeile, Terrasse mit Pool.

Minimalaufenthaltsdauer

Zwei Tage über Weihnachten und Silvester, ansonsten auch nur eine Nacht möglich. Preis pro Nacht und je nach Saison 400 bis 420 Franken.


Mehr Informationen unter:

habitatlagomaggiore.ch