In Füllinsdorf/BL ist das Metzgerhuus mit dem Ziel der regionalen Schlachtung gut angelaufen.

Raffael Jenzer vertritt die fünfte Generation der Metzger Jenzer. (ZVG)
Sehr gut, unsere eigenen Erwartungen sind übertroffen worden. Bereits im dritten Quartal konnten wir schwarze Zahlen schreiben. Und dabei ist es nicht einfach, eine neu gegründete Firma in einem Neubau mit neuen Mitarbeitenden zum Laufen zu bringen. Wenn man zudem noch eine passende Software von der Verarbeitung der Tierdaten bis zur Buchhaltung in Betrieb nehmen muss, ist man bedient. Nach nun fast einem Jahr dürfen wir sagen: Wir haben die Challenge gemeistert.
Das Metzgerhuus wurde ursprünglich als Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetrieb geplant. Bei uns arbeiten nur gelernte Fleischfachleute. In Betrieb genommen haben wir aber auch parallel einen Selfcheck-out-Shop und eine Eventlokalität, in welcher wir Anlässe und Weiterbildungskurse anbieten. Dieser Raum ist für die Ausbildung von Lernenden und Interessenten verwandter Berufsgruppen wie zum Beispiel Köche und Lebensmitteltechnologen gedacht. Zudem gibt es Grillkurse für Privatpersonen. Ziel ist, dass wir den Kunden zeigen, was hinter dem Genuss von Fleisch steht, so dass aus Respekt gegenüber dem Tier vom Schnörli bis zum Schwänzli alles verwendet wird.
Wöchentlich verarbeiten wir rund 70 Schweine, 30 Rinder, 30 Kälber und 20 Schafe, die alle in der Region aufgewachsen sind. Dies tönt nach viel, ist aber 30mal weniger als in einem industriellen Betrieb.
Zu zwei Dritteln geht das Fleisch an die teilhabenden Metzgereien, die das Fleisch selber vermarkten, entweder in ihren Läden oder indem sie die Gastronomie beliefern. Ein Viertel des Fleisches geht in die Direktvermarktung der Landwirte, die ihr Angus Beef, Demeter-Schwein oder Milchkalb ab Hof verkaufen. Der Rest geht bei uns über den Ladentisch oder wird an unseren Events und Grillkursen verbraucht.
Aktuell hat das Metzgerhuus Priorität, aber dank der vielen tollen, neuen Mitarbeitenden kann ich mich bereits seit Anfang Jahr zwei Tage pro Woche dem elterlichen Betrieb widmen.
(Ruth Marending)