«Eine Berufs-Nati zu haben, ist einmalig»

Der Backwarenherstellerin Hug liegt der Kochnachwuchs besonders am Herzen. Seit vielen Jahren unterstützt sie daher die Junioren-Kochnati.

Das Backhaus in Malters, ein Bekenntnis zum Produktionsstandort Schweiz. (ZVG)

Philipp Schmidlin, als Sponsor erhält man einen Blick hinter die Kulissen der Mannschaft. Was beeindruckt Sie speziell?

Ich finde die Passion und das hohe Engagement, welche diese jungen Menschen an den Tag legen, sehr inspirierend. Der grosse Ehrgeiz und der Zusatzeffort neben den täglichen langen Arbeitstagen sind sehr eindrücklich. Den grossen Teamspirit spürt man dadurch, dass die Mitglieder per Telefon oder Sprachnachricht im ständigen Austausch stehen – zu Rezepturen, Umsetzungsvarianten oder Produkten.

Hug unterstützt das Team seit vielen Jahren – weshalb?

Die Gastronomie liegt uns am Herzen. Wir erzielen einen relevanten Teil unseres Umsatzes bei Hug mit dem Food Service, und es ist uns wichtig, Verantwortung für die Zukunft der Gastronomie zu übernehmen sowie den kulinarischen Nachwuchs aktiv zu fördern. Daher organisieren wir auch jährlich den Wettbewerb Hug Creative Tartelettes Contest, der ein tolles Sprungbrett darstellt. Einige erfolgreiche Teilnehmende wie Lena Walther, Céline Grossmann, Merlin Lichtensteiger und Dominik Altorfer sind übrigens aktuell Teil der Schweizer Kochnationalmannschaft oder des Junioren-Teams.

Mit diesem Sponsoring investieren Sie in den Koch-Nachwuchs. Was muss Ihrer Meinung nach passieren, damit sich Junge weiterhin für den Kochberuf entscheiden?

Junge Talente brauchen vor allem Wertschätzung, eine starke Ausbildung und klare Perspektiven. Der Kochberuf muss als kreativer und vielseitiger Beruf mit Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar sein. Im besten Fall darf man in dieser Branche sogar als Mitglied einer Nationalmannschaft figurieren – wo gibt es das sonst? Gleichzeitig sind moderne Arbeitsbedingungen, engagierte Ausbildungsbetriebe und inspirierende Vorbilder entscheidend, um langfristig Begeisterung für die Gastronomie zu wecken.


Philipp Schmidlin ist Leiter Food Service bei der Hug-Familie in Malters/LU


Der Hug Food Service ist nicht zuletzt mit seinen Tartelettes international sehr erfolgreich unterwegs. Was macht diese weltweit so beliebt?

Ein massgeblicher Faktor für das anhaltende Wachstum ist mit Sicherheit der Fachkräftemangel in der Gastronomie und in den Bäckereien. Dieser ist nicht nur in der Schweiz, sondern global spürbar. In der Folge werden aufwendige Produkte wie Tartelettes nicht mehr selbst hergestellt, sondern zugekauft. Dank geschmacklicher Qualität, unübertroffener Standfestigkeit, ausgeklügelter Verpackung und zunehmend auch dank veganer Rezepturen gewinnen wir Marktanteile gegenüber Mitbewerbern.

Die Tartelettes sind die Leinwand für die Kreativität der Köche. Welche Kreation hat Sie bisher besonders begeistert?

Ich liebe es einerseits, wenn ungewohnte Geschmäcke zusammentreffen und unglaublich gut harmonieren – zum Beispiel bei einem Tartelette mit einer Bergamotte-Wasabi-Füllung. Andererseits mag ich aber auch Klassiker wie eine Key-Lime-Tart oder eine Pecan-Tart.

Welche Trends beobachten Sie derzeit im Food Service?

Einfache, vielseitig einsetzbare Produkte gewinnen weiter an Bedeutung. Besonders gewünscht sind Lösungen, die flexibel einsetzbar sind, mehrere Konsumbedürfnisse abdecken und Qualität, guten Geschmack sowie Alltagstauglichkeit miteinander verbinden. Grosses Potenzial haben auch «All-in-one»-Konzepte: Produkte, die vegetarische, vegane und Anforderungen bezüglich Allergien sowie hohe Qualität in einem Artikel vereinen, bieten einen klaren Mehrwert. Neben dem Produkt an sich bleiben zudem Inspiration, Beratung und Serviceleistungen von hoher Bedeutung.

Hat sich durch die Zusammenarbeit mit der Junioren-Mannschaft auch schon mal eine Produktneuheit ergeben?

Inputs von Kunden und Gastronomen nehmen wir immer sehr gerne auf. Unsere letzten Neuheiten mit farbigen Tartelettes oder die ganz kleinen One-Bite-Tartelettes sind aus dem weltweiten Feedback von Spitzenköchen und -pâtissiers entstanden. Die Zusammenarbeit mit den Juniorinnen kommt für Rezeptkreationen, im Bereich Social Media oder bei Messen zustanden. Vor kurzem hat uns Teammitglied Fabia Lardi auf unserem Messestand an der Host in Mailand hervorragende süsse Tartelettes-Füllungen für obige Neuheiten kreiert. Solche High-End-Rezepte fliessen dann auch in unsere Rezeptdatenbank ein.

Wie unterscheidet man kurzfristige Hypes von langfristigen Entwicklungen?

Kurzfristige Hypes erkennt man oft daran, dass sie sehr schnell Aufmerksamkeit bekommen, aber kaum nachhaltig im Alltag verankert sind. Langfristige Entwicklungen dagegen lösen reale Bedürfnisse, lassen sich wirtschaftlich umsetzen und bewähren sich über längere Zeit in unterschiedlichen Betrieben und Konzepten. Ein Hype war beispielsweise die Dubai-Schokolade. Diese war bereits nach relativ kurzer Zeit wieder aus der breiten Diskussion verschwunden. Geblieben ist die breite Verwendung von Pistazien.

Sie konnten das aktuelle, noch geheime Weltmeisterschafts-Menü der Juniorinnen bereits probieren – können Sie uns etwas dazu verraten?

Es ist fantastisch, was innerhalb von fünf Stunden hingezaubert wird. Besonders beeindruckt hat mich in der Vorspeise ein vergleichsweise einfaches Lebensmittel: Die Zubereitung der Zwiebel war ungewohnt, ausgesprochen geschmackvoll und in Kombination mit der Füllung aus Chutney, Thymian und dem frischen Element Zitrone äusserst lecker.

(Angela Hüppi)


Hug-Familie

Die Hug AG beschäftigt an den Standorten Malters und Willisau 437 Mitarbeitende. Hug wurde 1877 als Bäckerei in Luzern gegründet und ist noch heute in Familienbesitz. Neben den Retail-Produkten der Marken Hug, Wernli und Dar-Vida führt Hug auch ein grosses Gastronomie-Sortiment an hochwertigen Backwaren wie den Tartelettes. 
hug-familie.ch


Sponsoren der beiden Schweizer Kochnationalmannschaften:

Hauptsponsor: Swica Gesundheitsorganisation
Co-Sponsor: G. Bianchi AG, Electrolux Professional
Ausrüster: Gastroimpuls, KAI/sknife, Kentaur Work Wear, Oehrli Berufsmode
Partner der Schweizer Kochnationalmannschaft: Aligro, Ben’s Original, Hero, Nectaflor, Pacojet, Saviva, Unilever Food Solutions
Partner der Schweizer Junioren-Kochnationalmannschaft: AMC International AG, Boiron, Emmi Food Service, Hug AG, Transgourmet/Prodega, Wiberg