Seine Welt dreht sich um den besten Kaffee

Mathieu Theis ist fünffacher Schweizer Baristameister. In seinem Berufsleben bringt er Spezialitätenkaffee aus aller Welt an Schweizer Kunden.

Vor acht Jahren arbeitete Mathieu Theis noch als Software-Ingenieur. Seine Leidenschaft für Kaffee begann aber schon einige Jahre zuvor. «Ich kaufte mir zuerst eine kleine, günstige Maschine», erzählt er. Denn seine Leidenschaften und Hobbys seien zuvor eher kurzlebig gewesen. Doch Kaffee blieb. Theis begann, sich durch die Kaffeesorten aller Zürcher Röstereien durchzuprobieren und zu notieren, wie sie schmecken und sich unterscheiden.

Im kommenden Oktober reist Mathieu Theis nach Panama – ein Mekka für Spezialitätenkaffee –, an seine fünfte Weltmeisterschaft. (Richard Blasko)
 

Theis suchte Anschluss unter Gleichgesinnten und kam so dazu, 2015 an seiner ersten Meisterschaft teilzunehmen. 2016 folgte der erste Schweizer Meistertitel in der Kategorie Barista: Vier Espressi und je vier Milch- und Signature-Getränke müssen die Teilnehmenden dabei in 15 Minuten zubereiten. Bei einem Sieg blieb es nicht: Mathieu Theis gewann 2018, 2019, 2023 und 2025. «Ich gehe die Wettbewerbe strategisch an und schaue genau hin, was es braucht, um zu gewinnen. Mit jedem Wettbewerb lerne ich weiter dazu.»

Als Schweizer Meister nahm Theis bereits an vier Weltmeisterschaften teil, die beste Platzierung war ein dritter Rang im Jahr 2018 in Amsterdam. Ein weiteres Mal schaffte er es ins Finale der besten sechs. Die nächste Weltmeisterschaft steht im Oktober in Panama an. Auch dieses Mal analysiert Theis genau, was bei seinen letzten Teilnahmen funktionierte und was nicht. «Ich werde wieder alles geben», sagt er. «Dieses Jahr könnte es klappen, weit nach vorn zu kommen, aber am Ende weiss man nie, wie es ausgeht.»

«Mit jedem Wettbewerb lerne ich dazu – auch, wenn ich verliere.»

Mathieu Theis, Schweizer Baristameister 

Für Kenner und Neulinge

Nicht nur auf der Wettbewerbsbühne, auch geschäftlich waren die letzten Jahre für Mathieu Theis erfolgreich. 2016 eröffnete er mit seiner Geschäftspartnerin Emi Fukahori das Café Mame. Heute sind eine eigene Rösterei, vier Filialen in der Schweiz und eine in der japanischen Hauptstadt Tokio dazugekommen. «Am Anfang hatten wir keine Ahnung von Gastronomie. Wir wollten mit einem guten Angebot an Spezialitätenkaffee überzeugen, das Kenner genauso abholt wie normale Kaffeetrinker.» Dieses Motto gilt für Theis und sein Team bis heute. Der gebürtige Franzose reist viel, um den besten Kaffee für das Mame-Sortiment zu finden. Das Geschäft soll weiterwachsen, aber nicht um jeden Preis. «Wir brauchen eine gewisse Grösse, auch um den Kaffeebauern einen guten Preis bieten zu können.» Vorstellen kann er sich weitere Filialen in Schweizer Städten, zum Beispiel in Bern.

(Alice Guldimann)


Mame

Die erste Mame-Filiale eröffnete 2016 an der Josefstrasse in Zürich. Seit 2019 röstet das Team den Spezialitätenkaffee selbst. Die Bohnen beziehen sie aus Äthiopien, Kolumbien, Brasilien und Panama.

mame.coffee
swisssca.ch