Das Parlament hat entschieden: Es verzichtet auf überproportionale Kürzungen in der Tourismusförderung und setzt damit ein starkes Zeichen für die Entwicklung der Tourismusbranche.

«Sparen, aber wo und wie viel?» Diese Frage hält das Parlament auf Trab. (Keystone/SDA)
Der Bund muss sparen. Diese Notwendigkeit ist auch dem Schweizer Tourismus-Verband STV bewusst. Zumal solide Bundesfinanzen im Interesse des Tourismussektors liegen. Deshalb haben Touristiker Verantwortung übernommen und aktiv Kompromissvorschläge zu den Kürzungsanträgen des Bundesrats eingebracht. Anscheinend mit Erfolg.
Der vom Bundesrat geplante Rückzug aus der Regionalpolitik ist vom Tisch. Das Parlament hat sich gegen die geplante Gesetzesanpassung in der Neuen Regionalpolitik ausgesprochen. Mit diesem Verzicht und einer moderaten Kürzung von 20 Prozent bei den Einlagen in den Fonds für Regionalentwicklung bleibt die Neue Regionalpolitik als zentrales Förderinstrument erhalten.
Auch bei Innotour hat das Parlament korrigierend eingegriffen. Mit einer Reduktion von zehn Prozent bleibt die Innovationsförderung im Tourismus gesichert. Das ist wichtig, denn Innovationskraft ist entscheidend, um Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung und Fachkräftemangel zu meistern, und die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung des Tourismussektors nachhaltig zu sichern.
Ebenfalls mit zehn Prozent weniger Bundesgelder auskommen muss Schweiz Tourismus. Im Hinblick darauf, dass zeitweise deutlich weitergehende Kürzungen im Raum standen, ist dies ein positives Ergebnis. Das sieht auch der Schweizer Tourismus-Verband so, obschon die Kürzungen sich spürbar auswirken werden.
Der STV ist überzeugt, dass die internationalen Märkte für den Schweizer Tourismus weiterhin entscheidend bleiben, um den Wandel hin zu einem Ganzjahrestourismus zu vollziehen. Um dieses Ziel erreichen zu können, sei die gezielte Bearbeitung von Nah- und Fernmärkten sowie die Lenkung wertschöpfungsstarker Gästeströme zentral.
Bei dieser Budgetkürzungsrunde des Bundes ist die Tourismusförderung glimpflich davongekommen. Dennoch bleiben die Budgetdebatten in den nächsten Jahren herausfordernd. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Partnern will sich der Schweizer Tourismus-Verband auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass die touristischen Förderinstrumente angemessen finanziert bleiben, um ihre strategische Funktion für Wertschöpfung, Beschäftigung und regionale Entwicklung erfüllen zu können.
(mm/rif)