Ein Treffpunkt für alle Generationen

Das «Sodahaus» in Sarnen bringt neues Leben in den Dorfkern. Das Konzept ist so vielfältig wie seine Besucher.

Ein alter Apothekerschrank erhielt einen neuen Anstrich und wurde im Sodahaus zur Bar umfunktioniert. Samuel Büttler

Im Sodahaus kann man um 9 Uhr Suppe bestellen und um 19 Uhr ein Birchermüesli. Man kann eine Yogastunde besuchen, am Laptop arbeiten, einen Teamevent abhalten, einen Cocktail trinken oder lokale Produkte einkaufen. «Wir wollen unterschiedliche Bedürfnisse abdecken und verschiedene Zielgruppen ansprechen», sagt Leila Mrak. Sie ist Geschäftsführerin bei der Breitmaul AG, die das Sodahaus betreibt. Die Kaffee-Bar steht in einer neuen Überbauung, wenige Meter vom Bahnhof Sarnen/OW entfernt. Das geschichtsträchtige Haus diente einst als Lagergebäude der Löwen-Apotheke gleich nebenan. Als es nicht mehr gebraucht wurde, stand es zeitweise leer, wurde als Schafstall oder als Künstler-Atelier genutzt. «Der Investor hätte das Gebäude abreissen lassen können», erzählt Leila Mrak. «Doch er wünschte sich einen Gastronomiebetrieb – als Herz der Siedlung.» Vor drei Jahren entstand per Zufall der Kontakt zu Martin Amstutz, einem der Gründer der Breitmaul AG.

Es war allen Involvierten wichtig, den Charme des Hauses zu erhalten wie die Holzbalken und den alten Warenlift aus den Apotheken-Zeiten. Es sollte kein 08/15-Ausbau werden, sondern ein Bijou, in dem man sich gerne aufhält. Der Name Sodahaus ist ebenfalls eine Referenz an eine vergangene Zeit. Bis die Marke in den 50er-Jahren verkauft wurde, war das Haus eine Produktionsstätte für Fresca Soda.

Gefragt und gefordert

Heute gibt es wieder hausgemachte Sodas, die bei den Gästen seit der Eröffnung Ende November 2025 sehr gut ankommen. «Wir haben zu Beginn einen richtigen Ansturm erlebt, was uns sehr gefreut hat», erzählt Leila Mrak. Gleichzeitig sei man aber auch gefordert gewesen. Das Team, bestehend aus zehn Mitarbeitenden, war neu und die Abläufe auch. Es galt, alle, von gelernt bis ungelernt, entsprechend zu schulen und auf den gleichen Stand zu bringen.

Die Quiches für das Sodahaus werden im Breitmaul-Atelier hergestellt.

«Wir befinden uns immer noch in einem Prozess», so die Geschäftsführerin. In der Anfangsphase sei es wichtig, immer nach rechts und links zu schauen und wo nötig zu justieren. Beispielsweise wurden die Öffnungszeiten leicht angepasst. «Wir haben gemerkt, dass am frühen Morgen nur sehr wenige Gäste kommen und sich die Mitarbeiterkosten nicht lohnen.» Sie sei froh, dass die Mitarbeitenden in diesen Belangen flexibel seien. «Wir haben auch festgestellt, dass wir Verantwortlichkeiten stärker auf das Team verteilen können.» So haben Mitarbeitende Zusatzaufgaben übernommen wie das Bespielen der Social-Media-Kanäle oder die Betreuung des Soda-Shops.

Ideen für den Sommer

Sowohl im Shop als auch in der Produktion arbeitet das Team wo möglich mit lokalen Produzenten zusammen. Das Fleisch kommt von der Metzgerei Stutzer und Flüeler in Kerns, Milchprodukte von der Käserei Schnider in Giswil und Spirituosen von der Firma Walden in Sarnen – alle im Kanton Obwalden. Ein Grossteil des Essensangebots im Sodahaus wird im Breitmaul-Atelier in Sachseln hergestellt – Gebäck wie Croissants oder Zimtknöpfe, aber auch Quiches und Suppen.

Bald schon steht für das Sodahaus der erste Sommer vor der Tür. «Es gibt noch viel zu lernen», sagt Leila Mrak. «Wie können wir die Gäste auch im Sommer abholen, wenn alle am See sind?» Denkbar sei vieles. Schon heute findet einmal im Monat ein Outdoor-Konzert am Sodahaus statt, zudem ist ein mobiles Barista-Bike mit Glaces in Planung. «Die Ideen gehen uns auf jeden Fall nicht aus.»

(Alice Guldimann)


Fakten und Zahlen

Sitzplätze

50 im Innenbereich, 15 im Weinkeller, ca. 20 aussen.

Öffnungszeiten

Café: Mo. bis Fr., 7.00–17.30; Sa., 7.30–17.30
Bar: Do. bis Sa., 17.30–22.30

Renner

Seit der Eröffnung wurden 907 Liter Soda verkauft. Das Saison-Soda und Soda Orange waren am beliebtesten. Zudem gingen 1500 Zimtknöpfe über die Theke.