Er will Spitzenküche ins Einmachglas bringen

Nach verschiedenen Stationen in der Top-Gastronomie hat Robin Bartels sich selbständig gemacht. Nun will er Spitzenküche für die breite Öffentlichkeit zugänglich machen.

  • Robin Bartels will mit Bartels Fine Food durchstarten. (ZVG)
  • Eines seiner Gerichte aus dem Glas: Fruchtiges Dal mit Mango. (ZVG)

Nach einer mehrmonatigen Reise durch Südamerika stellte sich Robin Bartels die Frage: Was will ich eigentlich im Leben? Was will ich die nächsten dreissig Jahre machen? Dass das Kochen immer im Mittelpunkt seines Lebens stehen soll, stand dabei ausser Frage. Der 27-jährige Koch liebt seinen Beruf, der gleichzeitig auch Leidenschaft ist. Nach Stationen wie dem In Lain Hotel Cadonau von Dario Cadonau in Brail/GR, dem Restaurant Neue Blumenau von Bernadette Lisibach in Lömmenschwil/SG sowie der Junioren-Kochnationalmannschaft, mit welcher er 2022 den WM-Titel holte, war aber klar: Jetzt soll etwas Eigenes her. «Ich liebe die Freiheit und will im Leben möglichst viel Spass haben und Schönes erleben. Daher wollte ich raus aus dem Angestellten-Verhältnis.»

Zwei Jahre Entwicklung

Die Erfahrungen aus der Spitzengastronomie wollte Robin Bartels mitnehmen – gleichzeitig aber zurück zu einer einfacheren Küche finden. «Ich liebe es, das Maximum aus ehrlichen Zutaten und einfachen Gerichten herauszuholen», sagt er. Daher kam ihm bald die zündende Idee: Premium-Fertiggerichte zum Aufwärmen auf Top-Niveau. «Gutes Essen soll Spass machen – das möchte ich auch meinen Kunden vermitteln.» Damit die Gerichte so flexibel wie möglich einsetzbar und gleichzeitig günstig im Versand sind, entschied sich Bartels für ungekühlt haltbare Gerichte im Glas. Dafür verfeinerte er Rezepte, die er sich selbst gerne als Meal-Prep zubereitet, und wandelte sie so um, dass sie sich zum Einkochen eignen. Das Resultat: Sechs Gerichte, von Kichererbsen-Curry mit Kokosmilch über Pastetlifüllung auf Gemüsebasis bis zu einem Kartoffelgulasch in Paprikasauce. Alle Gerichte sind vegan – weil Robin Bartels seit über zehn Jahren selbst vegan lebt: «Das gehört zu mir und meinen Produkten einfach dazu.» Die Gerichte sind online unter dem Namen Bartels Fine Food erhältlich und mehrere Monate haltbar.

Zwei Jahre dauerte der Entwicklungsprozess. «Gewöhnliches Kochen und Einkochen sind zwei ganz unterschiedliche Techniken», erklärt Bartels. So könne man das Gericht beispielsweise am Ende nicht mehr feinjustieren und abschmecken. Zudem kommt manches vorgekocht, anderes roh ins Glas, da die Zutaten beim Einkochen weitergaren. «Ich musste lernen, wie sich die Konsistenzen beim Einkochen verändern und welches das beste Vorgehen ist.» Weitere Herausforderungen bei der Gründung des ersten eigenen Unternehmens waren Dinge, die in seinem Berufsalltag bisher eine untergeordnete Rolle spielten: Buchhaltung, Versicherungen, ein Hygienekonzept schreiben und so weiter. «Da musste ich noch ganz viel lernen», erzählt der junge Koch.

Besonders wichtig sind ihm die Zutaten seiner Gerichte: Er arbeitet nur mit Bio-Produkten, ohne Zuckerzusatz, Farbstoffe, künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe. «So, wie ich gelernt habe frisch zu kochen, kommen meine Gerichte auch ins Glas.» Das hat seinen Preis: 14.90 Franken kostet ein Gericht, das Sechserpack mit allen Sorten gibt es ein bisschen günstiger. «Ich denke, meine Produkte sprechen vor allem Singles oder Pärchen ohne Kinder an, die gutes Essen, Gesundheit und Qualität wertschätzen. Ihnen sollen die Gerichte den Alltag erleichtern und eine gesunde Ernährung ermöglichen, auch wenn es mal stressig ist oder Unvorhergesehenes dazwischenkommt», so Bartels. Vor allem aber will der junge Koch sein Motto – nicht nur im Beruf, sondern allgemein im Leben – so vielen Menschen wie möglich nahebringen: «Essen muss Spass machen».

Angela Hüppi


Weitere Informationen unter:

Bartels-finefood.ch