Küchengeräte: Diese Technik hilft bei Hitze

Vom Backofen bis zum Kühlschrank: Geräte geben immer auch Wärme ab. Was in der Hitze Abhilfe schafft, wissen Fachleute im Bereich Küchensysteme.

Moderne Geräte und die richtige Arbeitsweise macht das Arbeiten in der Küche an Hitzetagen erträglicher. (Pexels)

In modernen Küchen trifft man heute deutlich bessere Bedingungen an als noch vor rund zehn Jahren. «Das Anliegen, mit Ressourcen möglichst sparsam und für Menschen ergonomisch optimal zu arbeiten, hat dazu geführt, dass erhebliche Fortschritte in Sachen Wärmeentwicklung erzielt wurden», sagt Oliver Brouwer, Leitung Vertrieb und Entwicklung bei Hugentobler Schweizer Kochsysteme. Allgemein hätten bessere Isolationen und geschlossene Systeme die Temperatur in der Küche massgeblich gesenkt. Dreifach verglaste Scheiben und Wäremerückgewinnungssysteme im Kombisteamer würden zum Beispiel das Klima viel besser im Garraum halten als ältere Modelle. 

Gas- und Elektroherde mit Gussplatten, die deutlich mehr Wärme abgeben, wurden durch immer effizientere Induktionsgeräte abgelöst. Die Induktionstechnik gibt laut Brouwer einen geringen Teil Wärme über die Generatoren ab, der grösste Teil werde über die Pfanne direkt ins Kochgut abgegeben. «Unsere in Herden eingesetzte X2-Induktion gibt nur so viel Energie auf die Pfanne, wie diese mit dem Gargut aufnehmen kann.» Moderne Geräte wie Kombisteamer oder Induktionsgriddles seien ausserdem schnell aufgeheizt. «Ungebraucht müssen sie nicht eingeschaltet sein. Das empfehlen wir für alle Geräte.»

Wichtig sei auch, dass Kochprozesse angepasst werden, so Brouwer. «Warum Reis im offenen Kipper köcheln, wenn wir ihn in einem geschlossenen Garraum im Kombisteamer garen können?» Eine weitere Veränderung hätten Gäste längst ins Rollen gebracht: «Im Sommer essen wir gerne leichte und kalte Kost, auch das hat einen Impact auf die Wärmeentwicklung in der Küche.»

Einfache Massnahmen mit viel Wirkung

Nicht nur Öfen und Herde, auch Kühlgeräte sind relevant für die Wärmeentwicklung in der Küche. «Während Hitzewellen können sowohl die thermische Belastung als auch der Energiebedarf von Kühl- und Tiefkühlgeräten steigen», erklärt Manuel Rehm, International Key Account Management Foodservice bei der Liebherr-Hausgeräte GmbH. Je grösser der Temperaturunterschied zwischen Raumluft und Geräteinnenraum, desto mehr Wärme muss abgeführt werden, um die eingestellte Lagertemperatur stabil zu halten. Wie stark sich das auf den Energieverbrauch auswirkt, hänge unter anderem von Aufstellort, Luftzirkulation, Türöffnungsfrequenz, Beladung und Luftfeuchtigkeit ab. 

Um der Hitze in der Küche entgegenzutreten, gibt es vermehrt Profi-Geräte, die ausdrücklich für Umgebungstemperaturen bis 40 Grad ausgelegt sind. Möglich mache das eine leistungsfähige dynamische Kühlung, robuste Komponenten und eine präzise Temperaturführung,

Gerade während Hitzewellen könnten einfache Massnahmen viel dazu beitragen, dass Kühlgeräte weiter effizient arbeiten. «Wichtig sind eine gut belüftete Aufstellung, freie Lüftungsbereiche sowie möglichst kurze Türöffnungszeiten im laufenden Betrieb», sagt Manuel Rehm. Auch eine bedarfsgerechte Beladung und das Vermeiden warmer Speisen im Gerät unterstütze die Kühlleistung. Ebenfalls sei es wichtig, Türdichtungen sauber zu halten und zu prüfen, ob diese noch intakt sind. Digitale Überwachungssysteme und Temperaturalarme helfen in modernen Geräten ausserdem, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und die Kühlkette sicher zu dokumentieren. 

(Alice Guldimann)