Eine Studie untersuchte im Juli die KI-Sichtbarkeit von 515 Vier- und Fünf-Sterne-Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Besonders Einzelhotels schnitten dabei schlecht ab.

Wer die KI nach Empfehlungen fragt, erhält nur eine kleine, vorsortierte Auswahl. (Bild Keystone-SDA)
Die Art, wie Gäste Hotels finden, verändert sich gerade grundlegend. Früher tippte man zum Beispiel «Hotel Zermatt» in eine Suchmaschine ein und erhielt eine Liste von Links zum durchsehen, vergleichen und bewerten. Heute nutzen viele dafür die KI. Diese übernimmt das Aussortieren. Vier, fünf Betriebe werden empfohlen, der Rest kommt nicht vor.
Die Marketingagentur Maxonline hat die Sichtbarkeit von 515 Hotels im DACH-Raum analysiert, darunter 84 Schweizer Hotels. Die durchschnittliche Sichtbarkeit von Einzelhotels Empfehlungsanfragen an die KI beträgt 11,2 von 100 Purnkten. Bei Ketten- oder Mehrhausbetrieben ist die Sichtbarkeit drei Mal so hoch. Nur ein Einzelbetrieb erreichte über 40 Punkte.
Die Schweiz liegt in der Studie bei der Sichtbarkeit deutlich vorne mit 14,2 Punkten. Die Autoren relativieren aber: «Der Schweizer Vorsprung geht fast vollständig auf eine Handvoll historischer Weltmarken zurück — Häuser, die KI-Systeme seit Jahrzehnten aus Literatur, Presse und Reiseberichten kennen.» Würden diese wenigen Häuser ausgeklammert, liege die Schweiz auf demselben Niveau wie Deutschland und Österreich.
Der Unterschied zwischen sichtbaren und unsichtbaren Häusern ist nicht Grösse, Sternekategorie oder Preisniveau, sondern die thematische Präsenz. Ketten erscheinen laut der Studie in 72,8 Themen, Einzelhäuser in 26,6. Ein Hotel, das Themen klar besetzt — Familie, Therme, Kulinarik, Bergsport, Barrierefreiheit — habe in diesen Themen eine reale Chance, genannt zu werden. Wer alles zur gleichen Zeit sein wolle, habe diese Chance nicht.
Die Autoren stellten ausserdem fest, dass die eigene Webpräsenz nicht ausreicht: «Der Vorteil der Ketten entsteht nicht auf ihrer Website, sondern ausserhalb: durch Erwähnungen, Verlinkungen, Nennungen in Portalen, Fachmedien und Verzeichnissen.» Genau daraus leiteten KI-Systeme Autorität ab.
Der wichtigste Befund für Hoteliers ist laut der Studie zugleich der ermutigendste: Kein einziges Einzelhaus dominiere den KI-Empfehlungsraum. «Wer jetzt beginnt, konkurriert mit fast niemandem.»
(mm/agu)