Schweizer Jugendherbergen wachsen und stärken das Gastronomieangebot

Neue Betriebe, Bergstandorte und eine wachsende Nachfrage aus dem Ausland sorgen für steigende Gästezahlen. Gleichzeitig entwickeln die Schweizer Jugendherbergen das Netzwerk in der Romandie und das Gastronomieangebot weiter.

Die Jugendherberge St. Moritz. (Bilder ZVG)

Die Schweizer Jugendherbergen (SJH) verzeichneten im 2025 insgesamt 823’949 Logiernächte. Gegenüber 2024 entspricht dies einem Plus von 1,3 Prozent. Der aktuelle Buchungsstand für 2026 liegt laut einer Medienmitteilung 3,9 Prozent über dem Vorjahreszeitpunkt. «Wir wachsen in einem anspruchsvollen Umfeld bewusst qualitativ und breit abgestützt», sagt CEO Janine Bunte. Die stabile Nachfrage aus dem Inland in Kombination mit einer deutlichen Belebung aus internationalen Märkten zeige, dass das Geschäftsmodell nachhaltig und zukunftsorientiert aufgestellt sei.

Heimmarkt bleibt stabil – Auslandsmärkte gewinnen an Gewicht

Der Anteil der Schweizer Gäste lag 2025 bei 67,4 Prozent und pendelte sich damit nach dem Corona-Hoch wieder auf dem Niveau von 2018/19 ein. Die effektive Anzahl Logiernächte – sowohl von den Gästen aus der Schweiz als auch jenen aus dem Ausland – lag über dem Niveau von 2018/19. Damit bleibt der Inlandmarkt die tragende Säule der Schweizer Jugendherbergen.

Die internationale Nachfrage hat nach dem pandemiebedingten Einbruch auch 2025 weiter zugenommen. Zu den wichtigsten internationalen Herkunftsmärkten zählen Deutschland vor den USA, Frankreich, Grossbritannien, Südkorea und China. Besonders ausgeprägt war das Wachstum bei Gästen aus Deutschland mit einer Zunahme von 17,8 Prozent, schreiben die Schweizer Jugendherbergen weiter. 

Bergregionen und Saisonverlängerung als Wachstumstreiber

Ein Logiernächtewachstum bei den Jugendherbergen lasse sich in erster Linie auf neu eröffnete Betriebe zurückführen. Auffällig sei, dass sämtliche Bergbetriebe bei Individualgästen und Familien zulegen konnten. «Diese Standorte profitieren von der anhaltenden Nachfrage nach aktiven, naturnahen Ferienformen, zudem wirkten sich 2025 die verlängerten Betriebszeiten bzw. Saisonverlängerungen gewisser Bergbetriebe positiv auf die Übernachtungszahlen aus.» 

Janine Bunte ist CEO der Schweizer Jugendhebergen. 

Mit der Eröffnung der Jugendherberge in Martigny wurde 2025 die Präsenz in der Westschweiz weiter gestärkt. Mitte Juli 2026 soll ein weiterer Meilenstein mit der Eröffnung eines Neubaus in Genf folgen, für den Sommer 2027 ist die Inbetriebnahme der Jugendherberge in Neuchâtel geplant. «Der gezielte Ausbau in der Romandie dient der regionalen Verdichtung des Netzwerks und erschliesst zusätzliche Nachfrage in urbanen sowie international geprägten Märkten», sagt Janine Bunte.

Gastronomie wächst überdurchschnittlich

Im Gastronomiebereich verzeichnen die Schweizer Jugendherbergen ein überproportionales Wachstum: 2025 wurden laut Mitteilung rund 350’000 Mittag- oder Abendessen im Rahmen von Halb- oder Vollpensionaufenthalten verkauft. Das entspricht einer Zunahme von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Die unter der Marke Yoummi geführten Gastronomieangebote würden zunehmend auch als eigenständige öffentliche Restaurants positioniert. Mit der Lancierung der Website yoummi.ch werde die Sichtbarkeit ausserhalb des klassischen Übernachtungsgeschäfts weiter erhöht. Die Restaurants bieten eine saisonale Küche mit regionalen Produkten und internationalem Flair.

(mm/agu)