Die Gastkolumne von Rainer Hoffer, Pächter Rössli Illnau, Inhaber FOH Consulting, Vorstand Gastrofutura.
Die Gastronomie ist im Überlebenskampf: Survival of the fittest. Kleine Betriebe kämpfen mit steigenden Kosten, Personalmangel und sinkender Nachfrage. Das Klima wird rauer. Immer mehr kleine Unternehmen geraten unter Druck. Lautstärke schlägt Leidenschaft. Der Stärkere setzt sich durch. Mit Franchise-Systemen, aggressiven Preisen und Social-Media-Macht. Grosse Ketten expandieren. Doch auch das ist kein Erfolgsgarant. Domino’s Pizza schliesst aktuell alle Standorte in Österreich. Wer in die falsche Richtung schwimmt, läuft Gefahr zu stranden. Früher galt Gastronomie als Handwerk, als Kultur, als Ort der Begegnung. Heute wird sie oft wie ein Produktionsstandort behandelt: effizient, austauschbar, standardisiert. Das Erlebnis zählt weniger als die Marge. Wenn nur noch der billigste Einkauf, die höchste Reichweite oder die schnellste Expansion zählen, verlieren am Ende alle: die Mitarbeiter, die Gastgeber und die Gäste. Gerade jetzt braucht die Branche Menschen, die Haltung zeigen. Unternehmer, die trotz Druck auf Qualität setzen. Küchenchefs, die ihr Team respektieren. Servicekräfte, die ihren Beruf mit Stolz ausüben. Und Gäste, die echte Arbeit wertschätzen. Die Zukunft der Gastronomie entscheidet sich nicht nur auf der Speisekarte. Nachwuchsförderung, Kooperation, Nachhaltigkeit: Die Themen sind gesetzt, die Branchenverbände arbeiten Hand in Hand wie selten zuvor. Das Gefühl der Dringlichkeit ist Basis für die Evolution. Der aktuelle Hospitality Summit in Bern bietet für all das den perfekten Rahmen. Ganz unter dem Motto: Gemeinsam statt einsam. Damit unsere Branche nicht endet wie Timmy, der Buckelwal.
