Der neueste Lehrstellenbarometer unterschätzt die Schwierigkeiten, welchen die Jugendlichen auf Lehrstellensuche ausgesetzt sind.
Am 19. Oktober hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) den Lehrstellenbarometer per Ende August veröffentlicht. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund interpretiert die Zahlen weniger optimistisch als das SBFI. Die Lage der Jugendlichen ist alles andere als rosig. Zwar hat die Nachfrage nach Lehrstellen gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent zugenommen, die angebotenen Lehrstellen jedoch nur um drei Prozent. Beinahe 9500 Jugendliche hatten Ende August noch keine Lehrstelle und auch keine andere Lösung gefunden. Mehrere Branchen bieten heute zu wenig Lehrstellen an. Das gilt vor allem für mehrheitlich weiblich geprägte Berufsfelder wie Gesundheit und Soziales. Deswegen sind junge Frauen viel öfter zu viel mehr Bewerbungen gezwungen als ihre männlichen Kollegen.
In einigen Branchen werden viele Lehrstellen nicht besetzt. Das gilt insbesondere für Berufe im Bau und in den Dienstleistungen. Die Arbeitgeber geben den Jugendlichen die Schuld – sie würden den Erwartungen nicht entsprechen. Verschwiegen wird dabei, dass es sich bei diesen Branchen häufig um jene handelt, in denen die Jugendlichen rasch als billige Arbeitskraft behandelt werden. In der Folge leidet darunter die Qualität der Ausbildung, und häufig werden die Sicherheitsvorschriften hinten angesetzt.
(GAB)