Das Gastgewerbe ist keine Branche für Schlafmützen. Doch auch hier gilt: Nur Ausgeschlafene bringen Bestleistungen.

Ein Nickerchen in der Arbeits- oder Lernpause verhilft zu neuer Energie. Es sollte höchstens 20 Minuten dauern, damit man nicht in Tiefschlaf fällt. (Adobe-Stock)
Wer schläft, ist nicht faul oder untätig. Im Gegenteil, er kümmert sich aktiv um seine körperliche, seelische und geistige Gesundheit. Rund ein Drittel der Erwachsenen in der Schweiz leiden unter Einund Durchschlafstörungen. Das ist nicht nur lästig, sondern kann auch gefährlich sein. Viele Autound Arbeitsunfälle sind eine direkte Folge von Schlafmangel.
Wer zu wenig schläft, muss damit rechnen, dass seine Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit sinken und dass sein Gedächtnis schwächer wird. Auch lassen die motorischen Fähigkeiten nach. Es wird häufiger etwas fallen gelassen und das Risiko von Stolperunfällen nimmt zu. Ausserdem werden mögliche Gefahren nicht mehr richtig erkannt und man überschätzt sich häufiger.
Schlafmangel schlägt zudem aufs Gemüt. Der Geduldsfaden wird dünner, man ist schneller genervt und reizbar. Zudem besteht ein höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken.
Es gibt verschiedene Massnahmen, die man ergreifen kann, um besser zu schlafen und erholter aufzuwachen. Als Erstes gilt herauszufinden, wie viel Schlaf man braucht. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Am einfachsten lässt sich das eigene Schlafbedürfnis in den Ferien ermitteln. Einfach während zwei Wochen beobachten, wie lange man schläft, wenn einen kein Weckerklingeln aus dem Schlaf reisst. In der Regel dürften das sechs bis acht Stunden sein.
Ist das Schlafbedürfnis bekannt, gilt, den Lebenswandel darauf abzustimmen und einige Regeln zu beachten. Zum Beispiel: auf Alkohol vor dem Einschlafen verzichten. Der Absacker oder das Glas Rotwein mag zwar das Einschlafen erleichtern, erschwert dann jedoch das Durchschlafen.
Eine bessere Schlafhilfe sind ein Spaziergang und ein gemütliches Ausklingenlassen des Tages – ohne TV- und andere Bildschirmgeräte. Sie beeinträchtigen nachweislich den Schlaf und sollten daher mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen ausgeschaltet werden. Diese Stunde vor dem Einschlafen kann stattdessen beispielsweise zum Lesen, für Entspannungsübungen, zum Tagebuchschreiben, für eine warme Dusche oder das Planen des nächsten Tages genutzt werden.
Während in Japan das Powernapping gesellschaftlich akzeptiert ist und Firmen ihren Mitarbeitenden Ruheräume zur Verfügung stellen, wird der Mittagsschlaf hierzulande oft belächelt. Dabei kann die 10- bis 20-minütige Kurzschlafpause die Leistungsfähigkeit erhöhen, den Stress reduzieren und die Kreativität fördern.
So positiv der Mittagsschlaf auch ist, Menschen mit anhaltenden Schlafproblemen sollten darauf verzichten. Der Powernap verringert ihre abendliche Müdigkeit, was die bestehenden Probleme verstärken kann.
Weitere Tipps zum Thema Schlaf sowie ein Schlaf-Quiz für Aufgeweckte sind auf der Website der Suva zu finden.
(rif)
suva.ch (Suchbegriff: Schlafmangel)