Thierry Schraff verbindet die Leidenschaft für Kaffee und Spirituosen und produziert erfolgreich seinen eigenen Kaffeelikör.

Thierry Schraff ist Mitglied des Berufsverbands Service/Restauration. (ZVG)
Er ist zwar noch in der Ausbildung zum Restaurantfachmann, aber Thierry Schraff hat schon so viel Wissen angesammelt wie manch langjähriger Berufsprofi. Seine Interessen liegen vor allem im Getränkebereich. Angefangen habe es mit Bier, dann kamen Spirituosen dazu. Er absolvierte Kurse zu Whisky, Gin und Rum. Es folgte der Wein und dann der Kaffee. «Ich habe mit einem Kollegen eine Siebträgermaschine gekauft und begonnen, mich tiefer mit dem Thema zu beschäftigen. Weil wir nie die perfekte Röstung für uns gefunden haben, kauften wir dann einen Röster, um unsere eigenen Blends herzustellen.»
Dann sei die Frage aufgekommen, welche weiteren Verwendungsmöglichkeiten es für Kaffee gibt. «Ich habe die ersten Versuche mit Kaffeelikör bei mir zuhause gemacht.» Der Chef der Maverick’s Bar in St. Gallen, in der Schraff ab und zu arbeitet, habe den Likör so gut gefunden, dass er ihn im Sortiment haben wollte. Innerhalb eines Monats recherchierte Schraff und tauschte sich mit dem Lebensmittelamt Schaffhausen darüber aus, was nötig wäre, um den Likör zu verkaufen.
Seit Mai 2025 ist der Likör von «F & T Kaffee» auf dem Markt, in einer Basis-Variante sowie in Limited Editions beispielsweise mit Grappa oder in einer Spezialausgabe mit Whisky für das Schaffhauser Jazz-Festival. «Das Besondere ist, dass wir auf Biound Fairtrade-Qualität setzen. Der Likör kommt ohne künstliche Aromen aus, der Geschmack kommt ausschliesslich von der frisch gerösteten Kaffeebohne.» Die Basis-Version bringe ausserdem deutlich weniger Süsse mit als gängige Kaffeeliköre. «So ist er auch sehr angenehm pur zu trinken.» Für Cocktails gebe es aber neu auch eine etwas süssere Variante, sodass die Bars in den Drinks keinen zusätzlichen Zuckersirup verwenden müssen.
Die Produktionsstätte ist Thierry Schraffs Ausbildungsbetrieb, die «Fass Beiz» in Schaffhausen. Bis zu 100 Liter Likör stellen er und sein Geschäftspartner Fjon Sopi im Monat her. «Wir dürfen die Küche nutzen, wenn der Betrieb geschlossen ist. Auch in der Produktentwicklung hat mich mein Ausbildungsbetrieb unterstützt, wofür ich sehr dankbar bin.»
F & T Kaffee ist aktuell noch ein Freizeitprojekt. Aber auch im Arbeitsalltag in der «Fass Beiz» beschäftigen ihn seine aktuellen Lieblingsthemen. «Ich bin zwei Tage die Woche neben dem klassischen Service auch als Barista im Einsatz, zwei Tage an der Bar.» Nach der Ausbildung will der 22-Jährige sein Pensum etwas reduzieren und mehr Zeit ins Spirituosengeschäft investieren. Sein Traum wäre ausserdem, in der Zukunft einmal eine eigene Kaffeebar zu führen. Zuerst steht aber das Qualifikationsverfahren an. «Ich habe ein gutes Gefühl», sagt Schraff. «Dabei hilft mir auch die Teilnahme an der Servicemeisterschaft 2024, von der ich viel mitnehmen konnte.»
(Alice Guldimann)