Zum 165. Jahrestag erhält der Neuenburger Œil-de-Perdrix eine neue Verpackung.

Œil-de-Perdrix ist ein idealer Sommerwein. Das Original aus Neuenburg ist der seit längstem produzierte Rosé und sollte auf keiner Weinkarte fehlen. (ZVG)
Die zarte lachsrosa Farbe oder das helle Rot – wie das Auge eines Rebhuhns, das dem Wein den Namen gab – kam erst im Glas zur Geltung. Denn seit 1861, dem ersten Jahrgang, wurde der Rosé aus Pinot-Noir-Trauben in dunkelbraune oder grüne Flaschen gefüllt. Sicher ist dunkles Glas, welches den Wein vor schädlicher UV-Strahlung schützt, eine gute Wahl für Crus, die lange reifen sollen. Obwohl viele Œil-de-Perdrix durchaus Reifepotenzial besitzen, werden sie in der Regel jung getrunken. Einige Winzer störten sich daran: «Es ist wie für eine exotische Insel mit Schwarz-Weiss-Fotos zu werben – man verliert das Wesentliche aus den Augen.» Sicher würde sich Louis Bovet aus Areuse/NE über die neue Flasche aus weissem Glas mit dem Siegel «L’Original» freuen. Der Neuenburger Winzer liess vor 165 Jahren entsprechende Etiketten drucken und gilt als Erfinder des Œil-de-Perdrix.
Im Burgund tauchte der Begriff Œil-de-Perdrix im Jahr 1416 erstmals auf. Dafür wurden bei der Kelterung Pinot Noir und Pinot Blanc gemischt, weil damals sehr helle Weine «en vogue» waren. Im Jahr 1834 brachte Renaudin-Bollinger & Cie. aus Aÿ (FR) einen Champagner mit der Bezeichnung Œil-de-Perdrix auf den Markt. Bis heute ist Œil-de-Perdrix kein geschützter Markenname. Dennoch bezeichnet er immer einen Rosé aus Pinot-Noir-Trauben. Immer seltener wählen Winzer das «Saignée-Verfahren», bei dem der Most nach kurzer Zeit auf der Maische abgezogen wird. Mehr Charakter erhalten die Weine, wenn die Trauben speziell für die Kelterung von Œil-de-Perdrix kultiviert werden und der Most nach kurzer Maischenstandzeit gepresst wird. Œil-de-Perdrix gehört zu Neuenburg wie der Chasselas Non Filtré und die vielen Facetten des Pinot Noir.
Die frischen Weine vom Jurakalk bereichern jede Weinkarte. Sie passen zu Fisch und Grilladen genauso wie zu Gemüsegerichten oder der asiatischen Küche.
Für das 165-Jahr-Jubiläum haben sechs Bartender Cocktails mit Œil-de-Perdrix als Zutat kreiert. Diese präsentierten sie einer Jury, bestehend aus Winzern und Gastronomen. Der Siegerdrink hat den passenden Namen «Le Clin d’Œil», Augenzwinkern. Ausgedacht von Faye Chételat von Juleps Cocktail, wird er nun an den Tagen der offenen Weinkeller, vom 8. und 9. Mai, auf der Domaine Hôpital Pourtalès in Cressier/NE und am 18. Juni an der Jahrgangspräsentation serviert.
(Gabriel Tinguely)
neuchatel-vins-terroir.ch/oeil-de-perdrix