Am 26. Oktober wird der Next Gen Award verliehen. Er ist ein Wertschätzungspreis und gleichzeitig eine Fördermassnahme für zukunftsweisende Ideen und Projekte.

Der Next Gen Award wird von der Hotel & Gastro Union verliehen. (Roy Matter)
Zum ersten Mal wird der Next Gen Award in zwei Kategorien verliehen. Mit dem Titel «Next Gen Mentor» wird eine Person geehrt, die sich besonders intensiv für den Berufsnachwuchs engagiert. Der Titel «Next Gen Rockstar» geht an eine junge Nachwuchskraft – oder ein Team – für ihr oder sein innovatives, zukunftsweisendes Projekt.
Die Jury hat für den «Next Gen Rockstar»-Award vier ganz unterschiedliche Projekte nominiert. Mit ihrem Projekt «Via Vinum» wollen Colin Vögeli und Liam Kuipers den kulinarischen Horizont der Gäste erweitern. Die beiden 18-respektive 19-jährigen Lernenden stört, dass viele Menschen immer die gleichen, altbekannten Gerichte essen. Dem wirken sie in ihrem Pop-up auf der Lenzerheide/GR entgegen. Bis Juni 2027 servieren sie im zum Hotel Schweizerhof gehörenden Restaurant Scalottas Terroir Drei-Gang-Menüs. Jedes der Gerichte stammt aus einem anderen Land und wird vom passenden Wein begleitet.
Ebenfalls genussreich ist die Vision von Yannick Wider. Mit seinem Projekt Wider’s earth naturally excellent will der gelernte Koch und Confiseur-Konditor die Schweizer Handwerkskunst, regionale Produkte sowie moderne Haute Cuisine zu einem einzigartigen kulinarischen Catering-Erlebnis verbinden.
Tom Walter wiederum schlägt mit seinem Projekt eine ganz andere Richtung ein. Er findet, dass Führungsdefizite sowie veraltete Organisationsmodelle ein Kernproblem der Branche und schuld am Fachkräftemangel sind. Deshalb hat er neue Organisationsund Führungsmodelle entwickelt. Sie verbinden Leadership, Team-entwicklung und Wirtschaftlichkeit systematisch miteinander. Walters Vision lautet: «Organisationen schaffen, die Wandel nicht bewältigen müssen, sondern für Wandel gebaut sind.»
Einen anderen Ansatz im Kampf gegen den Fachkräftemangel verfolgt Angela Käppeli mit «Frinbe». Es handelt sich dabei um eine digitale Plattform, die ähnlich aufgebaut ist wie Buchungsplattformen. Frinbe hilft dabei, freie Kapazitäten besser zu nutzen, die Hotellerie zu stärken und sie gleichzeitig für Mitarbeitende der nächsten Generation attraktiver zu machen. «Viele Hotels kämpfen mit Fachkräftemangel, Fluktuation und sinkender Attraktivität. Gleichzeitig bleiben freie Kapazitäten oft ungenutzt», weiss Angela Käppeli. Frinbe bietet Hotels die Möglichkeit, sich Mitarbeitenden anderer Betriebe sowie Hotelfachschulabsolventen als mögliche Arbeitgeber zu präsentieren und diese gleichzeitig als Gäste zu gewinnen. Dazu erhalten diese über Links oder QR-Codes Zugang zu den Friends-and-Family-Raten sowie Hospitality-Dienstleistungen der Hotels. So lernen sie nicht nur die Häuser kennen, sondern bauen über positive Erlebnisse eine tiefere emotionale Bindung zur Hotellerie auf.
Angela Käppeli, Initiantin der Plattform Frinbe
«Aktuell befinden wir uns in der Pilotphase und suchen noch Partnerhotels. Interessierte Betriebe können sich gerne bei uns melden und bereits am Pilot teilnehmen. Ihre Aufnahme ins System erfolgt vollständig digital und dauert nur rund drei Minuten», sagt Angela Käppeli. Wann und welche Vergünstigungen die Hotels anbieten, entscheiden sie selbst. Zudem können die Hotels auf Frinbe auch Probearbeiten anbieten, damit Arbeitskräfte den Betrieb und dessen Kultur kennenlernen können. Vorerst gibt es Frinbe ausschliesslich für die Hotellerie. Eine Erweiterung auf die Gastronomie und andere Bereiche der Hospitality-Branche ist aber durchaus denkbar.
(Riccarda Frei)
hotelgastrounion.ch (Rubrik: Next Gen)