Team «Mit Laib und Seele» gewinnt den Brot-Chef 2026

Drei Teams, sechs Nachwuchstalente und ein Motto, das viel Raum für Kreativität liess: Beim Finale des Brot-Chef 2026 in Aarau drehte sich alles um den «Zirkus». Die Berufsleute stellten ihr Können unter Beweis und zeigten, wie viel Fantasie im Bäcker- und Confiseurhandwerk steckt. Am Ende setzte sich das Team «Mit Laib und Seele» mit Jael Bregy und Amelie Reissnecker durch.

  • Impressionen des Wettbewerbs in der Folge.

Zum elften Mal bot der Brot-Chef dem Branchennachwuchs eine grosse Bühne – oder, passend zum diesjährigen Motto «Zirkus», eine Manege. Nach der erfolgreichen Premiere als Teamwettbewerb im vergangenen Jahr traten auch diesmal drei Duos gegeneinander an. Das Besondere: Sämtliche Finalistinnen sind junge Frauen. Sie hatten sich intensiv auf den grossen Tag vorbereitet und mussten nun unter Wettbewerbsbedingungen zeigen, was sie gelernt hatten.

Drei Duos, ein grosses Ziel und viel Arbeit

Mit dabei war das Team «Mit Laib und Seele» mit Jael Bregy und Amelie Reissnecker, beide im dritten Lehrjahr als Bäckerin-Konditorin EFZ. Jael absolviert ihre Lehre bei der Bäckerei Reinhard AG in Bolligen/BE, Amelie bei der Bäckerei Leutwyler in Zofingen/AG. Für «Arts of TanAngi» traten Angelina Hintermann, Bäckerin-Konditorin EFZ im dritten Lehrjahr, und Tanja von Ah, Konditorin-Confiseurin EFZ im zweiten Lehrjahr, an. Beide lernen bei der Christen Beck AG in Buochs/NW. Das dritte Duo bildeten «Die Zuckerschwestern» mit Jasmin Erismann und Michelle Häberli. Sie absolvieren das dritte Lehrjahr als Bäckerin-Konditorin EFZ bei der Schell Bäckerei & Konditorei in Büron/LU.

Fünf Stunden reine Arbeitszeit standen den Kandidatinnen zur Verfügung, um ihre Wettbewerbsaufgaben umzusetzen. Das Motto «Zirkus» verlangte dabei technisches Können und bot reichlich Gelegenheit, eigene Ideen und gestalterische Akzente einzubringen. Bewertet wurden neben der Gestaltung auch Geschmack, Qualität und saubere Arbeitsabläufe. Die Aufgaben waren entsprechend vielseitig und anspruchsvoll: Die Teams mussten unter anderem Spezialbrote oder Zöpfe, Kleinbrote, Feingebäck und Produkte aus tourierten Teigen herstellen. Hinzu kamen süsse Kreationen, Apéro-Snacks sowie ein Schaustück oder Fantasieprodukt, bei dem sie das Motto «Zirkus» besonders kreativ interpretieren konnten. Damit war die ganze Bandbreite des Bäcker- und Confiseurhandwerks gefragt.

In den Backstuben herrschte über weite Strecken konzentrierte Ruhe. Die Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten das Geschehen aufmerksam und hielten sich mit Zurufen zurück, um die Kandidatinnen nicht abzulenken. Erst in den letzten zehn Minuten wurde es lauter: Das Publikum feuerte die Teams an und begleitete sie beim Endspurt mit aufmunternden Rufen.

Mit geschultem Blick und Fingerspitzengefühl 

Unter der Leitung von Jurypräsident Mäni Blum bewerteten Beat Stohler, die beiden Vorjahressiegerinnen Leonie Althaus und Suena Müller sowie Monika Soder, Sonja Durrer und Gabriela Meier die Arbeitsprozesse. Für die Degustation waren Daniel Glück und Justus Terno zuständig, unterstützt von Peter Kasimow. Für Suena Müller, die den Brot-Chef im vergangenen Jahr gemeinsam mit Leonie Althaus gewonnen hatte, war der Perspektivenwechsel spannend. Als Jurymitglied konnte sie gut mit den Kandidatinnen mitfühlen. «Ich spüre die Nervosität richtig mit», sagte sie. Noch lebhaft erinnerte sie sich daran, wie sie selbst vor einem Jahr ins «Schwitzen» geraten war. «Eine der diesjährigen Finalistinnen hat bereits Tränen vergossen, weil sie einmal das Salz vergessen hat. Solche Fehler sind unter den strengen Wettbewerbsbedingungen und vor Publikum jedoch völlig normal», betonte Suena Müller.

Jurypräsident Manfred «Mäni» Blum zog ein positives Fazit. Das Niveau sei erneut sehr hoch gewesen, auch hinsichtlich der Produktauswahl. Entscheidend sei jedoch nicht allein die Optik gewesen. «Nicht nur das Aussehen zählt, sondern auch der Geschmack», betonte er, «beides muss Hand in Hand gehen.» Während der Sieg von «Mit Laib und Seele» aus Sicht der Jury eindeutig feststand, lagen die beiden anderen Teams deutlich näher beieinander. Schliesslich sicherte sich «Arts of TanAngi» mit Tanja von Ah und Angelina Hintermann den zweiten Platz, gefolgt von den «Zuckerschwestern» mit Jasmin Erismann und Michelle Häberli auf Rang drei.

«Wir sind sprachlos und haben den Sieg nicht erwartet.»

Jael Bregy und Amelie Reissnecker 

Hier habe laut Jurypräsident insbesondere die Degustation den Ausschlag gegeben. Für zusätzliche Spannung sorgten technische Probleme mit einer Spritzpistole. Um faire Bedingungen zu gewährleisten, gewährte die Jury den Betroffenen einige zusätzliche Minuten. «Schliesslich sollten alle Kandidatinnen trotz des grossen Drucks ein positives Wettbewerbserlebnis mit nach Hause nehmen können», sagt Mäni Blum.

Beim beliebten Speed-Baking war nochmals Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefragt. In drei Disziplinen hatten die Teams jeweils drei Minuten Zeit, ihr Können unter Beweis zu stellen: Einstrangzöpfe flechten, mit Schokolade den Schriftzug «Zirkus Knie» schreiben und Mandelkonfekt dressieren. Das Publikum fieberte mit und feuerte die Kandidatinnen lautstark an. Durchgesetzt haben sich «Die Zuckerschwestern».

Unterstützung durch die Lehrbetriebe wächst

Pirmin Corradini, Präsident des Berufsverbands Bäckerei & Confiserie, beobachtete eine deutliche Weiterentwicklung des Wettbewerbs. Nicht nur die Aufgabenstellungen und das Niveau hätten sich verändert, sondern insbesondere auch die Unterstützung durch die Lehrbetriebe. «Es ist etwas vom Schönsten, zu sehen, wie die Betriebe ihre Lernenden begleiten», sagte er. Bereits am Vortag seien zahlreiche Arbeitgeber und Vorgesetzte vor Ort gewesen. Der Brot-Chef biete den Betrieben die Möglichkeit, ihre Lernenden gezielt zu fördern, sie aus ihrer Komfortzone herauszuholen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Gleichzeitig profitierten die Betriebe von der öffentlichen Aufmerksamkeit, die der Wettbewerb mit sich bringe.

Auch Stefan Kogler, Geschäftsführer des Berufsverbands Bäckerei & Confiserie, zeigte sich begeistert vom Finaltag. «Die drei hochmotivierten Teams sind bereits um sechs Uhr morgens mit grossem Elan angetreten und haben den Wettbewerb mit viel Leidenschaft gemeistert.» Sein Dank gilt insbesondere den Lehrbetrieben, die den Nachwuchs auf seinem Weg unterstützen, sowie den Sponsoren, die den Wettbewerb ermöglichen: Bakels, Emmi Beleaf, Lotus Biscoff, Günthart, Margo, Nespresso Professional, Oehrli Berufsmode, Pawi, Pistor, Sel des Alpes und UrDinkel.

(Andrea Decker)


Mehr Informationen unter:

brot-chef.ch