Der Herbst ist die Saison der Märkte. Nicht selten sind sie heimischen Lebensmitteln gewidmet.
Die «Chestene Chilbi» in Greppen/ LU ist der grösste Kastanienmarkt der Deutschschweiz und findet jeweils am vierten Sonntag im Oktober statt. Dieses Jahr fällt das Datum auf den kommenden Sonntag, den 25. Oktober.
Wie es der Marktname verrät, geht es dabei um die Edelkastanie. An 60 Markt- und Verpflegungsständen werden Produkte rund um die Nussfrucht gezeigt. Neben heissen Marroni gibt es Lebensmittel aus Marroni wie etwa Gebäck, Teigwaren, Honig, Crêpes, Würste, Bier oder Likör. Hans-Peter Rust von der Veranstalterin IG Pro Kastanie Zentralschweiz Plus freut sich zudem auf den diesjährigen Gast: «Nachdem sich in unserem Kastaniendorf bereits andere Kastanienregionen vorgestellt hatten, freuen wir uns dieses Mal auf die Tessiner Region Monte Lema Malcantone.»

Am Aarauer Rüeblimärt werden 30 000 Besuchende erwartet. (Keystone-SDA)
Kastanien waren vor der Kultivierung der Kartoffel aus Südamerika ein wesentlicher Bestandteil der Mahlzeiten in der Schweiz. Heute haben sie an Bedeutung verloren. Dennoch gibt es nach wie vor Kulturen am Rigi-Südhang. 1998 rief deshalb der damalige Präsident des Verkehrsvereins Greppen erstmals eine «Chestene Chilbi» als touristische Veranstaltung ins Leben. Mit der Gründung der IG Pro Kastanie Zentralschweiz im Jahr 2000 wurde die «Chestene Chilbi» zum festen Bestandteil des Jahres.
Gemäss Hans-Peter Rust ist die diesjährige Ernte gut ausgefallen: «Während andere Länder wie Italien und Österreich sowie auch das Tessin infolge der diesjährigen Hitze merklich weniger Marroni ernten konnten, zeigt sich die Ernte bei uns in der Zentralschweiz sehr ertragreich. Teilweise waren wir von der enormen Grösse der Früchte überrascht.»
Jedes Jahr werden in der Schweiz rund 130 000 Tonnen Rüebli, unterteilt in 60 verschiedene Sorten, geerntet. Sieben bis neun Kilogramm Rüebli werden jährlich pro Kopf verzehrt. Damit landet das Gemüse auf Platz eins.
Das macht sich Aarau mit dem jährlich stattfindenden Rüeblimärt zu Nutze. Am Mittwoch, 4. November, ist es wieder so weit. Ab 7.30 Uhr bis um 18 Uhr ist er geöffnet. Insgesamt 150 Marktstände bieten ihre Waren feil.
Obwohl es keine direkten Zahlen zur Wertschöpfung des Marktes gibt, sagt OK-Präsident Christoph Urech: «Aufgrund der hohen Besucherzahlen sind die Läden in der Innenstadt an diesem Tag leergekauft, das spricht für sich.» Ob des heissen Sommers sei es jedoch interessant, ob es auch genügend Rüebli gibt. Christoph Urech hat deshalb die teilnehmenden Regionen befragt. So melden die Rüeblibauern aus dem Zürcher Unterland, dass nur rund 40 Prozent der üblichen Ernte zustande gekommen sei. Aus dem Berner Seeland erhielt er die Antwort, dass die Ernte im Sommer zwar gut war, aber die Rüebli etwas trocken und unförmig gewesen seien.
Christoph Urech, OK-Präsident Rüeblimärt, Aarau
Nebst frisch geernteten Rüebli in allen Farben gibt es am Markt viele Rüebli-Produkte. So zum Beispiel die bekannte Aargauer Rüeblitorte, Rüeblisuppe, Bratwürste, Teigwaren oder Sirup mit Rüebli und vieles andere mehr. Nebst den diversen gastronomischen Angeboten an den Marktständen wird in der Markthalle feines Essen und Trinken vom Team Gaumenglück Catering aus Uerkheim/AG angeboten.
Wer den Markt besucht, reist individuell, mit dem ÖV oder in einem Car an. «Rund 30 Cars fahren an diesem Tag extra zu uns», weiss Urech. Er erinnert sich gut an den ersten Rüeblimarkt im Jahr 1982, den er als Schulkind an der Seite seiner Mutter miterlebte. «Wir Aarauer haben uns dabei vom Berner Zibelemärit inspirieren lassen.»
(Ruth Marending)
chestenechilbi.ch
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