Ausbildung Systemgastronomie: Reform bringt erste Erfolge

Mit der Berufsrevision öffnete sich die Systemgastronomie für mehr Lernende. Der Start lief gut, doch nach wie vor fehlt es dem Beruf an Bekanntheit.

Im August 2025 haben 16 angehende Systemgastronomiepraktiker und -praktikerinnen EBA ihre Ausbildung begonnen. Sie sind die Ersten in diesem Profil, das mit der Berufsrevision neu eingeführt wurde. «Früher gab es nur Schwarz oder Weiss, EFZ oder gar nichts. Heute können wir eine EBA-Ausbildung anbieten und haben die Wahl, welche Stufe für eine Person am besten passt», sagt Jean Claude Schmocker. Er ist Leiter Nachwuchsförderung bei der Genossenschaft ZFV-Unternehmungen und bildet gemeinsam mit Jacqueline Kohler, Head HR Young Talents bei der SV Schweiz AG, das Präsidium der IG Systemgastronomie.

Die Systemgastronomie kann junge Talente jetzt besser fördern- (SV-Schweiz)

Die Rückmeldungen, die von Berufsbildenden eintreffen, seien insbesondere für die Rekrutierung positiv. So schätzen die Verantwortlichen unter anderem die Möglichkeit, junge Talente nach deren persönlichen Voraussetzungen aufzubauen. Der Begleitungsaufwand sei vergleichbar mit demjenigen der EFZ-Ausbildung. Die Qualität werde dank klar definierter Lernziele sichergestellt. Diese unterscheiden sich insofern, dass bei der EBA-Ausbildung der Fokus auf der Arbeit unter An-leitung und der Umsetzung von Aufgaben liegt. Derweil fokus-sieren EFZ-Lernende stärker auf Prozessplanung und betriebswirtschaftliche Themen.


«Die revidierte Ausbildung entspricht den Anforderungen des Berufes besser.»

Jacqueline Kohler, Co-Präsidenting IG System-Gastronomie


Auf Stufe EFZ wurde die Ausbildung unter anderem dahingehend angepasst, dass Englisch künftig nicht mehr als separates Fach unterrichtet wird, sondern Fremdsprachenkenntnisse direkt in die Handlungskompetenzen einfliessen. Auch im Bereich der Führung gab es Anpassungen, um die Grundbildung klar vom eidgenössischen Fachausweis zu differenzieren. «Von den Schulen haben wir die Rückmeldung erhalten, dass die Ausbildung jetzt praxisnaher ist», sagt Jacqueline Kohler. «Wir merken auch als Arbeitgebervertreter, dass die Ausbildung den Anforderungen des Marktes besser entspricht. Sie ist weniger akademisiert, dafür handlungs-orientiert.» Für das kommende Lehrjahr sind per Ende Mai ebenfalls rund 16 Ausbildungsverträge unterschrieben. «Wir wissen aber, dass sich bis zum Start auch noch etwas tun kann.»

Erfreulich sei, dass die Einführung der EBA-Ausbildung keinen negativen Einfluss auf die Zahlen des EFZ-Profils hatte. Im Gegenteil, die Zahl der EFZ-Lernenden sei ebenfalls gestiegen. Für Jean Claude Schmocker und Jacqueline Kohler ist das eine sehr erfreuliche Tendenz.

Stellenwert des Berufs steigern

Trotz dieser ersten Erfolge der Berufsrevision gibt es noch viel zu tun. Seit 13 Jahren gibt es die Ausbildung für Systemgastronomiefachleute. Das Potenzial werde allerdings noch lange nicht ausgeschöpft, weil es dem Beruf nach wie vor an Bekanntheit fehle, stellen Jean Claude Schmocker und Jacqueline Kohler fest.

Das will die IG Systemgastronomie ändern: «Wir wünschen uns auch von der Branche mehr Effort, um das Berufsbild bekannter zu machen und dessen Stellenwert zu stärken.» Mit der Hotel & Gastro Union befindet sich die IG Syga im regelmässigen Austausch. «Die HGU ist ein wertvoller Partner und wir haben jetzt die Chance, gemeinsam etwas zu bewegen.»

(Alice Guldimann)


Mehr Informationen unter:

hotelgastro.ch


Berufsrevision

Die Revision der Systemgastronomie-Berufe trat 2025 in Kraft. Neben der Einführung der Stufe EBA wurde die schriftliche Prüfung im Bereich Berufskenntnisse gestrichen, die Praxisarbeit wird ausserdem neu im Betrieb durchgeführt und von externen Experten und Expertinnen abgenommen.

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