«Weiterbildung hat ihren Preis»

Die Richemont Fachschule Luzern passt per 1. Juli ihre Kurspreise an. Direktor Reto Fries erklärt, weshalb der Schritt nötig ist und welche Folgen er für die Betriebe hat.

Richemont-Direktor Reto Fries will die Bildungsqualität langfristig sichern. (ZVG)

Weshalb passt die Richemont Fachschule die Kurspreise an?

Die Richemont Fachschule hat ihre Kurspreise über viele Jahre stabil gehalten. Rückblickend muss man sagen: zu stabil. Eine sorgfältige Vollkostenanalyse hat gezeigt, dass die tatsächlichen Kosten für qualifizierte Fachlehrpersonen, Infrastruktur, Materialien und Administration mit den bisherigen Preisen nicht mehr gedeckt sind. Wenn wir unsere Rolle als Kompetenzzentrum der Branche auch langfristig wahrnehmen wollen, müssen wir in Qualität, Fachkompetenz und ein für alle zugängliches Bildungsangebot investieren können.

Wie wurden die neuen Preise festgelegt?

Wir befinden uns aktuell mitten in einem Strategieprozess und prüfen verschiedene Massnahmen. Eine davon ist die Überprüfung der Kurspreise auf Basis einer konsequenten Vollkostenkalkulation. Dabei haben wir auch den Markt angeschaut. Ein Vergleich mit anderen Schweizer Bildungsanbietern zeigt, dass vergleichbare Tageskurse zwischen 425 und 700 Franken kosten. Die neuen Preise der Richemont Fachschule Luzern bewegen sich in diesem Rahmen.

Was ändert sich konkret?

Wir passen per 1. Juli die Preise für die Fachkurse der Produktion bei den Halbtages-, Tages- und Mehrtageskursen an. Wichtig ist aber zu sagen: Die AVE*-Subjektfinanzierung über den GAV**-Bildungsbeitrag bleibt vollumfänglich bestehen. Sie reduziert die effektiven Kosten für die Betriebe weiterhin deutlich.

Was bedeutet das für Mitglieder des Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verbands SBC?

Mitglieder profitieren weiterhin gegenüber Nichtmitgliedern. Der Mehrwert der SBC-Zugehörigkeit bleibt also klar spürbar. Uns ist wichtig, dass Weiterbildung für die Branche zugänglich bleibt und Betriebe ihre Mitarbeitenden weiterhin gezielt fördern können.

Bleibt das Bildungsangebot trotz der Preisanpassung gleich breit?

Ja. Das Bildungsangebot bleibt in seiner ganzen Breite bestehen. Dazu gehören Präsenzkurse in unseren modernen Produktionsund Kursräumen in Luzern und Yverdon-les-Bains/VD, praxisnahe Schulungen und Beratungen direkt in den Betrieben, Onlinekurse und Fachinhalte auf Richemontplus sowie unsere telefonischen Fachauskünfte. Gerade diese schnellen und unkomplizierten Antworten für den Alltag in der Backstube werden von vielen sehr geschätzt.

Welche Rolle soll die Richemont Fachschule künftig für die Branche spielen?

Unser Bekenntnis zur Branche bleibt unverändert. Wir entwickeln bedarfs- und zielgruppengerechte Aus- und Weiterbildungsformate, die moderne Unterrichtsmethoden nutzen und eine lebenslange Karriereentwicklung ermöglichen – vom Berufseinstieg bis zur höheren Berufsbildung. Gleichzeitig verbinden wir traditionelle Herstellungsmethoden gezielt mit Innovation. So können wir Produkte und Verfahren weiterentwickeln, die handwerklichen Werte bewahren und zugleich am Markt gefragt sein.

Was müssen Betriebe nun beachten?

Alle Anmeldungen, die vor dem 1. Juli 2026 eingehen, profitieren noch von den aktuellen Preisen. Wer also bereits eine Weiterbildung plant, meldet sich am besten frühzeitig an.

(red/ade)


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