Die überbetrieblichen Kurse im neuen Beruf Hotellerie-Hauswirtschaft sind ein Erfolg

Derzeit schliessen die ersten Lernenden EBA-Fachfrau/Fachmann Hotellerie-Hauswirtschaft ihre Ausbildung ab. Die Lernenden EFZ bestreiten in einem Jahr ihr Qualifikationsverfahren. Patricia Wenk, Präsidentin der ÜK-Kommission Hotellerie-Hauswirtschaft, erklärt, wie die überbetrieblichen Kurse ÜK der neuen Grundbildung angepasst wurden.

In den überbetrieblichen Kursen üben die Lernenden, wie sie die Zimmer für die Gäste vorbereiten können. (Roy Matter)

Patricia Wenk, wie haben Sie die bisherigen ÜK im neuen Beruf Fachfrau/Fachmann Hotellerie-Hauswirtschaft erlebt?

Nach einer intensiven Vorbereitungszeit haben wir die bisherigen ÜK als sehr spannend, abwechslungsreich und lehrreich erlebt.

Welche Inhalte sind neu?

Neu hinzugekommen sind insbesondere die Gastgeberkompetenzen, die gezielt gestärkt werden. Zudem wurden administrative Inhalte im Bereich Reservation eingeführt. Zu den ÜK-Themen gehören ausserdem:

  • Auftreten und Kommunizieren: Gäste empfangen und betreuen, Kundengespräche führen sowie professionelles Verhalten und Präsentieren.

  • Servieren von Getränken und Speisen: Tische decken, Menüs planen, einfache Speisen anrichten, Bankette organisieren und Serviceabläufe einüben.

  • Reinigen und Gestalten von Räumen: Fachgerechtes Reinigen und Pflegen von Zimmern, Materialien sowie das Dekorieren und Vorbereiten von Räumlichkeiten für Gäste.

  • Sicherstellen der Wäscheversorgung: Textilpflege, Wäsche sortieren, Maschinen bedienen und Instandhalten von Wäschestücken.

  • Organisieren und Umsetzen von Betriebsabläufen: Instrumente der Arbeitsplanung, Warenbewirtschaftung, Erstellen von Checklisten und das Bewältigen von sicherheits- sowie gesundheitsrelevanten Ereignissen.

Und welche Inhalte aus den vorhergehenden Grundbildungen konnten Sie mehr oder weniger 1:1 übernehmen?

Grundsätzlich keine. Wir überprüfen und aktualisieren die Inhalte laufend, damit sie den aktuellen Anforderungen der Branche entsprechen. Frei nach dem Motto: «Wer rastet, der rostet».

Wo legen Sie persönlich die Schwerpunkte bei den ÜK?

Unser Ziel ist, dass die Lernenden nach dem ÜK mit einem gut gefüllten Rucksack an Erfahrungen, neuem Wissen und praktischen Kompetenzen in ihren Betrieb zurückkehren.


Patricia Wenk ist Präsidentin der ÜK-Kommission Hotellerie-Hauswirtschaft, OdA Hauswirtschaft Ostschweiz.


Wo sehen Sie die Vorteile, dass die beiden Berufe Fachfrau/Fachmann Hauswirtschaft und Hotelfachfrau/Hotelfachmann zusammengelegt wurden?

Die Zusammenlegung eröffnet den Lernenden vielseitigere berufliche Perspektiven. Sie erwerben breitere Kompetenzen und können dadurch in unterschiedlichen Bereichen der Hotellerie-Hauswirtschaft tätig sein.

Gibt es Bereiche, die noch angepasst werden müssten?

Der neue Beruf bietet bereits eine sehr gute Grundlage. Gleichzeitig nutzen wir die Erfahrungen aus den ersten Durchführungen, um die Inhalte und Abläufe gezielt weiterzuentwickeln und den ÜK laufend zu verbessern.

Was schätzen Sie persönlich an Ihrem Beruf?

Ich schätze besonders die Vielseitigkeit meines Berufs. Kein Tag ist wie der andere, und genau diese Abwechslung macht die Arbeit spannend und bereichernd.

(Daniela Oegerli)


Zur Person

Nach einer dreijährigen Ausbildung zur Hotelfachfrau EFZ, arbeitete Patricia Wenk im Service. Sie war in verschiedenen Betrieben tätig. Dabei erlangte sie wertvollen Erfahrungen. Vor zwölf Jahren wurde sie Mutter. Damals entschied sie sich für einen geregelteren Berufsalltag und wechselte in die Hotellerie einer psychiatrischen Institution. Dort begann ihre eigentliche berufliche Laufbahn. Sie absolvierte die Weiterbildung zur Berufsbildnerin und später folgte die Weiterbildung zur Bereichsleiterin Hotellerie-Hauswirtschaft. Seit 2024 ist Patricia Wenk Präsidentin der ÜK-Kommission Hotellerie-Hauswirtschaft.


Mehr Informationen unter:

hotelgastrounion.ch/de/bvhh
hwostschweiz.ch