Ein Herz für beste Schweizer Weine

Die Vereinigung Mémoire des Vins Suisses verstärkt die Zusammenarbeit mit der Gastronomie.

(Bilder ZVG)

Mit grosser Spannung wartet die Weinbranche auf die Zahlen 2025, welche das Bundesamt für Landwirtschaft Anfang April präsentieren wird. Diese geben jeweils Auskunft über die heimische Produktion, den Konsum von Schweizer Wein, über Importe und den Konsum von ausländischem Wein. Den Zahlen 2024 zufolge brach der Konsum von Schweizer Wein um knapp 15 Prozent ein. Der Grund dafür: in Privathaushalten wird weniger Wein getrunken (–10 %). Etwas anders ist die Situation in der Gastronomie. Dort ist der Ausschank von Schweizer Wein leicht angestiegen (+2 %).

Spitzengastronomie setzt auf heimische Crus

Als Folge fokussiert Swiss Wine Promotion, das nationale Promotionsorgan für Schweizer Wein, einen Teil seiner Aktivitäten auf den Önotourismus und die Gastronomie. Eine Vereinigung, die seit Jahren beste Schweizer Weinsproduzentinnen und -produzenten mit der Spitzengastronomie verbindet, ist das Mémoire des Vins Suisses. Seit der Generalversammlung von letzter Woche kann die Vereinigung auf drei neue, engagierte Restaurants als Partner zählen: Das «Njørden» in Aubonne/VD, das «Le Pérolles» in Freiburg und das «La Sorgente» in Vico Morcote/TI. Deren Sommeliers haben ein Herz für beste Schweizer Weine.

Gastgeber Julien Ayer übernahm gemeinsam mit Küchenchef Victor ­ Moriez im Februar das «Le Pérolles» von seinem Vater Pierrot Ayer.

Restaurant Le Pérolles.

Ein wahrer Weinenthusiast ist Julien Ayer vom Restaurant Le Pérolles in Freiburg. Rund 860 Etiketten listet seine Karte. Davon stammen 333 aus der Schweiz. 28 Mémoire-Mitglieder sind mit 135 Weinen vertreten. Julien Ayer hat sich mit der Aufnahme als Restaurant-Partner ein hohes Ziel gesteckt. Er möchte zukünftig Weine von allen 59 Mitgliedern des Mémoire anbieten. Als Basis für eine Partnerschaft sollte mindestens ein Drittel der Mitglieder mit einem Wein auf der Karte vertreten sein.

Das elegante «Le Pérolles» befindet sich im Hauptsitz der Freiburger Kantonalbank und wurde von Architekt Mario Botta gestaltet. Zusammen mit Küchenchef Victor Moriez wird eine anspruchsvolle Geschmackskultur mit hohem Respekt vor dem Produkt zelebriert.

Gaby Gianini ist die starke Frau hinter der Tenuta Castello di Morcote, dem Relais Morcote sowie dem Ristorante La Sorgente.

Das Ristorante «La Sorgente».

Wie bereits Martin Donatsch mit seinem Weingut und der Weinstube in Malans/GR sind neu auch Gaby Gianini und Maurizio Merlo Doppelmitglieder des Memoire. So ist der Merlot Riserva ihrer Tenuta Castello di Morcote Teil der Schatzkammer, und mit dem «La Sorgente» in Vico Morcote/TI wurden sie nun auch Restaurant-Partner. Das Ristorante «La Sorgente» gehört zum Hotel Relais Castello di Morcote. Küchenchef Francesco Sangalli serviert eine einfache Küche mit lokalen Zutaten, von denen viele vom restauranteigenen Bauernhof stammen.

Simon Stephan verantwortet die Weinauswahl im skandinavischen Restaurant Njørden von Philippe Deslarzes in Aubonne.

Das Hotel Restaurant Njørden.

Nordische Küche, Schweizer Wein

Im Zentrum des Städtchens Aubonne in der Waadtländer Weinbauregion La Côte befindet sich das Hotel Restaurant Njørden. In den mittelalterlichen Mauern des «Njørden» zelebriert Philippe Deslarzes ein nordisches Gourmet-Erlebnis. Dafür wurde er mit 16 Punkten von Gault Millau und einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Zur puristischen skandinavische Küche passt eine Vielzahl an Schweizer Weinen. Sommelier Simon Stephan hat 116 Weine von 27 Mémoire-Mitgliedern ausgewählt. Dazu kommen 15 Crus, welche die Experten des Mémoire für die Schatzkammer selektioniert haben.

(Gabriel Tinguely)