Der Hitzesommer zeigt in aller Deutlichkeit auf, welch kostbare Ressource Wasser ist. Ein sorgsamer Umgang damit wird immer wichtiger – auch für das Gastgewerbe.

Immer mehr Menschen in der Schweiz sorgen sich um die Wasserversorgung. (Pexels)
Wasserversorgung per Luftpost: Um Tiere zu tränken und SAC-Hütten weiter betreiben zu können, mussten letzte Woche mit Helikoptern viele tausend Liter Wasser in die Berge geflogen werden. Die Pegel vieler Flüsse und Seen sind rekordtief. Dieser Sommer ist im Griff einer aussergewöhnlichen Trockenheit. Neiderschläge bringen stellenweise zwar Entspannung, doch laut Meteo Schweiz wird es mehrere Monate dauern, bis sich die Gewässer und das Grundwasser landesweit wieder erholen.
Einige Gemeinden mussten bereits zum Wassersparen aufrufen, und auch in der Bevölkerung steigt die Sorge, wie eine neue Umfrage des Instituts Marketagent Schweiz zeigt: Fast die Hälfte macht sich demnach Sorgen um die Wasserverfügbarkeit in der Schweiz, 60 Prozent erwarten künftig Engpässe. Auch wenn sich nun auf Ende August eine Entspannung der Situation abzeichnet, lohnt es sich auch im Hinblick auf künftige Trockenperioden, sich mit dem Wasserverbrauch im Betrieb auseinanderzusetzen und mögliche Sparmassnahmen zu prüfen.
Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen – unter anderem mit Wasser – ist im Sporthotel Pontresina schon lange ein Thema. Zwischen 2012 und 2022 reduzierte der Betrieb im Rahmen eines Leuchtturmprojekts des Kantons Graubünden seine Emissionen um 60 Prozent. Neben dem Energie- sei auch der Wasserverbrauch dabei ein wichtiges Thema gewesen. «Dabei geht es sowohl um Kalt- als auch um Warmwasser, denn gerade bei Warmwasser sind Wasser- und Energieverbrauch unmittelbar miteinander verbunden», sagt Gastgeber Alexander Pampel.
So sind im Sporthotel beispielsweise sämtliche Duschen in den Hotelzimmern mit Durchflussbegrenzern ausgestattet, was nicht nur den Wasserverbrauch, sondern auch den Energiebedarf für die Warmwasseraufbereitung reduziert. Wichtig sei dabei jedoch, dass das Wassersparen nicht auf Kosten der Gäste gehe. Ein angenehmes Duscherlebnis müsse nach wie vor möglich sein. «Nachhaltigkeit funktioniert aus unserer Sicht langfristig am besten, wenn der Gast möglichst keine Komforteinbusse wahrnimmt», sagt der Gastgeber.
In der Reinigung setzt das Team vermehrt auf Dampfgeräte. So lässt sich einerseit der Einsatz von Reinigungschemie eindämmen, aber auch Wasser sparen. Besonders intensiv sind die Dampfreiniger aktuell im Wellnessbereich und im Erdgeschoss des Hotels im Einsatz, punktuell auch in der Küche. «In einem nächsten Schritt möchten wir die Dampfreinigung auch wesentlich stärker in die Zimmerreinigung integrieren und prüfen, wie weit wir die konventionelle Reinigung durch Dampfreinigung ersetzen beziehungsweise ergänzen können», sagt Alexander Pampel.
Auch die Mitarbeitenden im Sporthotel Pontresina werden im Nachhaltigen Umgang mit Ressourcen geschont. «Uns ist wichtig, Nachhaltigkeit nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern mit dem konkreten Arbeitsalltag des jeweiligen Departements zu verbinden.» Im Housekeeping stellten sich beispielsweise andere Fragen als in der Küche oder in der Haustechnik. Auch während der Saison soll das Bewusstsein im Alltag aufrechterhalten werden. «Wenn wir beispielsweise sehen, dass irgendwo unnötig Wasser läuft oder Ressourcen vermeidbar verbraucht werden, sprechen wir unsere Mitarbeitenden darauf an», sagt Alexander Pampel. Es gehe dabei nicht um grosse Aktionen. «Viele kleine Einsparungen können über einen Hotelbetrieb und eine ganze Saison betrachtet durchaus einen Unterschied machen.»
(Alice Guldimann)
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