Gastro Baselland hat den vierten überbetrieblichen Kurs (ÜK 4) für die Lernenden Restaurantfachmann/Restaurantfrau EFZ neu organisiert. Externe Partner bringen ihr Fachwissen in das Berufsbildungszentrum.

Im vierten überbetrieblichen Kurs war der richtige Weinservice ein Thema. (ZVG)
Seit 2019 erweitern die sogenannten Ergänzungskompetenzen die Ausbildung der Restaurantfachmann/Restaurantfrau EFZ-Lernenden. Ob Jung-Sommelier, Jung-Barista, Jung-Barkeeper oder Jung-Chef-de-Rang – die Zusatzqualifikationen bieten wertvolle Spezialisierungen und werden im Betrieb erlernt sowie im vierten überbetrieblichen Kurs vertieft.
Doch gerade für kleinere Kantone brachte dieses System grosse Herausforderungen mit sich. Kleine Klassen, mehrere parallellaufende Kurse und ein hoher organisatorischer Aufwand stellten üK-Zentren vor wirtschaftliche und pädagogische Schwierigkeiten. Kurse mit nur wenigen Teilnehmenden waren kaum effizient durchführbar. Kooperationen mit anderen Regionen führten zwar zu Lösungen, bedeuteten für die Lernenden jedoch oft lange Anfahrtswege und grosse Umstände.
An diesem Punkt setzte Thomas Nussbaumer, Geschäftsführer des üK- und Weiterbildungszentrums von Gastro Baselland, an: Er entwickelte ein neues Kurskonzept, das die bisherigen Herausforderungen in Chancen verwandelte. Die Klasse bleibt zusammen, Ressourcen werden gebündelt und externe Partner bringen ihr Fachwissen direkt in die Ausbildung ein. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreicher, praxisnaher Kurs, der den Lernenden maximale Einblicke ermöglicht.
Der Kursstart erfolgt gemeinsam im Ausbildungszentrum. Bereits am ersten Tag tauchen die Lernenden in neue Themenwelten ein – etwa beim Teeseminar der Firma Sirocco. Gleichzeitig erhalten sie ihre Wochenaufgaben, die sie am Ende des Kurses präsentieren.
In den darauffolgenden Tagen wird das Lernen erlebbar: Die Teilnehmenden besuchen ausgewählte Partnerbetriebe und vertiefen dort ihre Ergänzungskompetenzen. Die Stationen der Sommelier reichen vom Weingut Tschäpperli in Aesch/BL über die Sieben Dupf Kellerei bis zur Brauerei Feldschlösschen. Im Hotel Les Trois Rois in Basel entdecken die Lernenden die Welt der Cocktails und der Bar. Oder im «Metzgerhuus» in Füllinsdorf/BL steht der Tatar im Fokus. Wirth Käse in Basel vermittelt fundiertes Wissen im Käseservice. Gastro Futura führt in die Kunst der Fermentation ein und in der Stadtbrennerei ebenfalls in Basel erleben die Teilnehmenden die Herstellung von Spirituosen hautnah.

Auch das richtige Flambieren muss gelernt sein. (ZVG)
Auch die Barista-Kompetenzen kommen nicht zu kurz: Bei den «Kaffeemachern» in Basel wird das Handwerk rund um Kaffee perfektioniert. Ergänzend dazu werden zentrale Fertigkeiten wie Weinservice oder Arbeiten vor dem Gast im üK-Zentrum trainiert.
Der Erfolg des neuen Konzepts zeigte sich bereits am ersten Kurstag. Als eine Lernende ihre Vorfreude ausdrückte, brachte es Thomas Nussbaumer auf den Punkt: «Wenn die Begeisterung der Lernenden am Ende des Kurses nur halb so gross ist wie meine eigene, ist das Ziel erreicht.»
Am letzten üK Tag präsentieren die Lernenden ihre erarbeiteten Inhalte, sei es klassisch als Vortrag oder direkt in der praktischen Umsetzung beim gemeinsamen Mittagessen. Dabei konnten sie nicht nur das eigene Können zeigen, sondern auch von den anderen lernen. So kam während drei Stunden gemeinsamen Zusammenseins das gesamte Wissen wortwörtlich «auf den Tisch».
(doe/mm)