Im Jahr 2025 betrug das gesamte Fleischangebot in der Schweiz 469’408 Tonnen, was einem Anstieg von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (+ 2,5 % pro Kopf). Während die Inlandproduktion gesamthaft leicht rückläufig war, nahmen die Importe deutlich zu.

Die Hälfte des in der Schweiz konsumierten Fleisches wird in der Gastronomie serviert. (ZVG)
Besonders stark stieg das Angebot bei Rindfleisch (+ 6,2 %). Auch Geflügelfleisch (+ 5,0 %) war erneut stark im Angebot vertreten und konnte seinen Aufwärtstrend der vergangenen Jahre damit bestätigen. Schweinefleisch verzeichnete einen moderaten Anstieg von 2,0 Prozent im Angebot.
Das Fleischangebot in der Schweiz zeigt gemäss Proviande, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, deutliche Trends:
Die aktuellen Zahlen bestätigen erneut, dass das Fleischangebot pro Kopf in der Schweiz über die letzten Jahre im Trend stabil geblieben ist. Im Jahr 2025 wuchs die Schweizer Bevölkerung um knapp ein Prozent, während das Gesamtangebot pro Kopf um rund 2,5 Prozent zunahm. Damit stieg das pro-Kopf-Angebot nach 2024 nun auch im Jahr 2025.
Die letztjährige Marktsituation mit lediglich minimal gesteigerter Inlandproduktion (+ 0,5 %) und deutlich höheren Importen (+ 13,8%) bedeutet, dass ein zunehmender Teil der Wertschöpfung ins Ausland verlagert wird und der einheimischen Fleischwirtschaft dadurch verloren geht. Das Ziel der Schweizer Fleischmarktakteure bleibt weiterhin, die Fleischproduktion und -verarbeitung bedarfsgerecht und soweit möglich in der Schweiz zu tätigen. Die Verhinderungspolitik gegen eine marktkonforme Inlandproduktion, wie sie exemplarisch bei Neubauten von Geflügelställen zu verzeichnen ist, führt für die Schweizer Land- und Fleischwirtschaft zu Einkommens- und Wertschöpfungsverlusten. Dem gilt es bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik unbedingt entgegenzuwirken.
Bei der Interpretation der Daten zum Fleischangebot und zum Fleischkonsum kommt es oft zu Missverständnissen und Fehleinschätzungen. Es ist wichtig zu verstehen, dass das jährlich ausgewiesene «Fleischangebot» nicht der tatsächlich gegessenen Menge entspricht. Vielmehr handelt es sich in der vorliegenden Statistik um die Menge an verkaufsfertigem Fleisch, die unter anderem in der Gastronomie und im Detailhandel grundsätzlich zur Verfügung steht.
Erhebungen wie die nationale Verzehrstudie menuCH des Bundes aus den Jahren 2014/2015, sowie neuere vergleichbare Studien im benachbarten Ausland zeigen, dass nur rund 75 bis 80 Prozent des verfügbaren Fleischangebots auch von der Bevölkerung gegessen wird. Der Rest der verfügbaren Fleischmenge entfällt auf unvermeidbare Verluste wie Knochen und Fettabschnitte, entsorgte Lebensmittel, die unter «Food Waste» fallen, oder Fleisch, das an Hunde und Katzen verfüttert wird.
(mm)