Seit zehn Jahren gibt es H-und.ch Tourismus. Die Gründerin der Plattform erklärt, wie hundefreundlicher Tourismus auch in der Stadt funktioniert.

Als ihre Hündin Kaya bei ihr einzog, kam Livia Waser auf die Idee H-und.ch Tourismus zu gründen. Das Jubiläum wird mit zahlreichen Events gefeiert. (ZVG)
Ja, und zwar deutlich. Der Hund wird heute viel stärker als Teil der Familie verstanden und bewusst in die Reiseplanung einbezogen. Gäste suchen nach Angeboten, bei denen sie sich mit ihrem Hund willkommen fühlen. Gleichzeitig ist auch das Bedürfnis nach klarer, ehrlicher Information gewachsen.
Hundefreundlichkeit wird differenzierter wahrgenommen und bewusster nachgefragt. Die Gäste möchten im Voraus wissen, welche Regeln gelten, was sie konkret erwartet und ob das Angebot zu ihrem Reiseverhalten passt.
Auf einen ganzheitlichen Ansatz. Bei der Infrastruktur braucht es keine aufwendigen Sonderlösungen, sondern durchdachte Details: geeignete Zimmer, robuste Materialien, kurze Wege nach draussen, Spaziermöglichkeiten.
Damit sich Gäste mit und ohne Hund gleichermassen wohlfühlen, sind klare Abläufe und Regeln wichtig. Ebenso zentral ist eine offene, ehrliche Kommunikation: intern im Team und nach aussen. In der Vermarktung gilt es, authentisch zu bleiben. Nicht jedes Hotel muss alles bieten. Entscheidend ist, klar aufzuzeigen, was Gäste mit Hund erwarten dürfen und was nicht. Die Erfahrungen aus zehn Jahren H-und.ch zeigt, dass erfolgreiche Betriebe Hundefreundlichkeit als Haltung verstehen und nicht als Zusatzleistung.
Wir arbeiten mit Betrieben zusammen, die Gäste mit Hund als wertvolle Zielgruppe erkennen und sie glaubwürdig ansprechen möchten. Entscheidend ist nicht ein starrer Kriterienkatalog, sondern die Haltung des Betriebes.
Durch ihre Selbstverständlichkeit im Umgang mit Gästen und ihren Hunden. Zum Beispiel, dass man ihnen Tische in ruhigeren Ecken des Lokals zuweist. Es braucht keine Extras, sondern Offenheit, klare Regeln und Rücksichtnahme. Das ermöglicht allen entspannende Restaurantbesuche ohne Unsicherheiten. Gastronomie und Hundefreundlichkeit passen problemlos zusammen, wenn sich alle an die Spielregeln halten. Und natürlich freuen sich Hund und Halter, wenn ein Napf Wasser zur Verfügung gestellt wird.
Ihre Haltung. Hunde sind nicht nur erlaubt, sondern willkommen. Zudem punkten diese Hotels mit klarer Kommunikation und einer Umgebung, die sich für Gäste mit Hund eignen: nahegelegene Spaziermöglichkeiten und genügend Rückzugsräume. Hotels wie diese machen sichtbar, dass hundefreundlicher Tourismus im urbanen Raum erfolgreich funktioniert und nicht an eine ländliche Lage gebunden ist.
Beim Check-in helfen eine offene, ruhige Haltung sowie klares, freundliches Erklären der Regeln. Im Restaurant ist gegenseitige Rücksichtnahme wichtig. Hunde sollten respektvoll behandelt werden; besondere Aufmerksamkeit oder Sonderbehandlung ist aber nicht nötig. Bei der Zimmerreinigung ist Transparenz wichtig. Die Mitarbeitenden müssen wissen, ob sich ein Hund im Zimmer befindet. Ein Türhänger oder das Absprechen der Reinigungszeiten mit dem Gast sind hilfreich. Generell gilt im Umgang mit Hunden: auf unnötigen Kontakt verzichten. Nicht jeder Hund mag Nähe oder möchte angefasst werden.
Ja, das sind sie. Fühlen sich Gäste mit Hund willkommen und ernst genommen, entstehen Vertrauen und Zufriedenheit. Diese Gäste kommen schneller wieder, empfehlen den Betrieb weiter und buchen bewusster, was sich nachhaltig positiv auf Auslastung und Wirtschaftlichkeit auswirkt. Denn: Hundehalter sind meist gut vernetzt. Positive Erfahrungen sprechen sich unter ihnen sehr schnell herum.
(Riccarda Frei)