«Wir haben die Abläufe in der Zentralküche neu gedacht»

Das Kantonsspital Baselland KSBL hat am Standort Bruderholz eine neue Küche eingeweiht. Dort wird für zwei Standorte gekocht.

Individuelle Menüwahl: Bei der Zusammenstellung der Patientenmenüs muss auch immer ein Diätkoch dabei sein. (ZVG)

Seit Anfang Februar kochen Sie in der neuen Zentralküche am Standort Bruderholz bei Basel, die sie für einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag umgebaut haben. Macht es angesichts der Spitalsituation in Baselland (siehe Box) Sinn, in eine Küche zu investieren?

Ja, auf jeden Fall. Die bisherigen Küchen in Liestal und auf dem Bruderholz hatten über 50 Jahre auf dem Buckel. Natürlich haben wir zu den bisherigen Küchen Sorge getragen. Wir haben bei allen Geräten immer den Service machen lassen und Defektes ausgetauscht. Doch im Grossen und Ganzen war eine gesamte Erneuerung unumgänglich.

Was ist neu an der Küche?

Schlichtweg alles. Wir haben die alte Küche komplett entkernt und auf einer Fläche von 1820 Quadratmetern, also leicht grösser als zwei Handballfelder, den Platz zusammen mit der Creative Gastro mit Sitz in Rothenburg/LU völlig neu geplant. Jetzt sind die Abläufe logischer und prozessorientierter. Ein Beispiel: Economat, Kühlund Tiefkühlräume befinden sich im Zentrum der Küche, was die Wege deutlich verkürzt.

Sie kochen für zwei Standorte. Wie viele Mahlzeiten sind das?

Die rund 140 Mitarbeitenden der Gastronomie stellen jeden Tag Mahlzeiten für rund 900 Patienten und 1200 Mitarbeitende her. Dazu kommen 100 Kita- und 50 Spitex-Mahlzeiten sowie 650 Cateringanlässe im Jahr.


Hanjörg Werdenberg, Leiter Gastronomie und Mitglied des Schweizer Kochverbands, ist seit 25 Jahren im KSBL


Wie gelangen die Mahlzeiten nach Liestal?

Dies geschieht mit einem externen Transporteur, der für uns regelmässig auch medizinisches Material verschiebt.

Sie kochen im Cook-and-Chill-Verfahren. Wie viele Lebensmittel eignen sich dafür?

Gut 75 Prozent. Dazu gehören alle Schmorgerichte oder Gemüse mit einer langen Kochzeit wie Bohnen oder Rüebli. Heikle Speisen wie Teigwaren oder Tomaten bereiten wir an beiden Orten frisch zu.

Wie war denn die Verpflegungssituation zuvor?

Bis zur Pandemie gab es zwei Küchen mit einer eigenen Koch-equipe und mit zwei Menüplänen. Dann habe ich als Erstes für beide Standorte die Menüpläne vereinheitlicht. Bald darauf kam die Umstellung auf das Cookand-Chill-Verfahren. Während der Küchensanierung lieferte der Standort Liestal die Verpflegung nach Bruderholz.

Was geschieht jetzt mit der Küche in Liestal?

Diese werden wir nun sanieren und verkleinern.

Die Mitarbeitenden kochten zuvor hauptsächlich in Liestal, jetzt auf dem Bruderholz. Gibt es starke Veränderungen im vorhandenen Team?

Nein, überhaupt nicht. Lediglich zwei Köche haben von Liestal ins Bruderholz wechseln müssen. Beide sind aber noch nicht lange dabei, und wir haben sie bereits bei den Vorstellungsgesprächen über den Wechsel informiert.

«Mir geht das Herz auf, wenn ich an all die tollen Geräte denke.»

Zum Schluss noch ein Wort zu den neuen Küchengeräten. Welches ist das Prunkstück?

Wir haben jetzt die neusten und tollsten Geräte, die es derzeit auf dem Markt gibt. Am meisten gefallen mir die beiden Geräte, in welchen man beispielsweise Cremen und Saucen kochen, pasteurisieren und kühlen kann. Aber nicht alles ist neu. Die noch brauchbaren Geräte sind zum Teil in die neue Küche integriert worden.

(Ruth Marending/Claudio Schütz)


Mehr Informationen unter:

spital.ksbl.ch


Aktuelle Situation Kantonsspital Baselland

Zum Kantonsspital Baselland gehören zwei Standorte: Liestal mit Baujahr 1962 und Bruderholz von 1973. Der zeit laufen Diskussionen über einen einzigen Standort in Pratteln. Ob dieses Projekt umgesetzt wird, entscheidet sich voraussichtlich diesen Herbst. Ein Bezug wäre frühestens in 15 Jahren denkbar.


Restaurants

Zu beiden Häusern gehören öffentliche Restaurants, die auch Verpflegungsort aller Spitalmitarbeitenden sind. In Liestal stehen im «Viva» 270 Plätze innen und 150 Plätze aussen zur Verfügung. Am Standort Bruderholz gibt es zwei Restaurants: «Piazza» mit 300 Innen- und 80 Aussenplätzen und «Piazzetta» mit 60 Plätzen.