Das Kellergebäude der Cave du Tunnel in Conthey/VS ist unscheinbar. Umso eindrücklicher sind die ausgezeichneten Weine.

Steillage in der Anzier-Schlucht, welche der Fluss Morge ausgewaschen hat. (ZVG)
Der «Brut du Valais» der Cave du Tunnel in Conthey/VS ist ein Jahrgangsschaumwein aus Chardonnay-Trauben. Er gehört zu den besten seiner Kategorie. Goldmedaillen, Nominierungen und Podestplätze am Grand Prix du Vin sind ihm sicher. Seit 1968 ist die kegelförmige Flasche sein Markenzeichen. Damals konnte der Visionär Jacques Germanier einen ausgedienten Strassentunnel übernehmen. Darin richtete er seinen ersten Schaumweinkeller ein. Um den strengen Qualitätsanforderungen gerecht zu werden, liess er weitere vier Stollen in den Fels graben, die das ganze Jahr über optimale Bedingungen für die Gärung und Reifung gewährleisten. Nach der Flaschengärung reift der «Brut du Valais» 36 Monate auf der Hefe, bevor er gerüttelt, degorgiert und mit 7,5 Gramm Dosage pro Liter für den Verkauf konfektioniert wird. Mit dem Jahrgang 2019 kam ein «Extra Brut» dazu. Dieser reift 60 Monate auf der Hefe und wird ohne Dosage konfektioniert. Der «Extra Brut», eine Flasche kostet 39 Franken, ist ein grossartiger Wein, der mit den weltweit besten Blanc de Blancs mithalten kann. Doch weshalb ist er kaum auf Weinkarten zu finden?
Das könnte sich demnächst ändern. Fabio Negri hat als ChefÖnologe die Produktion über-nommen. Erst überzeugte er die Geschäftsleitung, in weitere Rebparzellen an besten Lagen zu investieren. Die Modernisierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes muss warten. Doch Fabio Negri braucht keinen Luxus, um gute Weine zu keltern. Dann reorganisierte er das Angebot an Stillweinen. Neu dazugekommen ist die für die Gastronomie gedachte Linie «Cave du Tunnel» mit Fendant, Petite Arvine, Païen/Heida, Gamay, Cornalin und Syrah. An der Spitze positioniert er die «Signature»-Weine Petite Arvine, Païen und Syrah – drei anspruchsvolle Crus mit ausgesprochen viel Magie im Glas.
(Gabriel Tinguely)

