Cedric Abderhalden will in der Fachgruppe Next Gen dazu beitragen, dass das Gastgewerbe für junge Fachleute attraktiv bleibt.

In der Zukunft möchte Cedric Abderhalden junge Berufsleute begleiten. (ZVG)
«Ich bin ein geselliger Mensch», sagt Cedric Abderhalden von sich selbst. Dieser Aspekt war dem heute 22-Jährigen auch bei der Berufswahl sehr wichtig. Überzeugt hat ihn am Ende die Vielseitigkeit der Ausbildung zum Hotelkommunikationsfachmann. Seine Begeisterung für das Gastgewerbe wuchs und besteht bis heute. «Es war sehr spannend und hilfreich für das Branchenverständnis, in alle Facetten der Berufe einen Einblick zu bekommen.» Eine grosse Inspiration war für ihn seine Ausbildnerin im Bereich der Restauration. «Sie hat die Leidenschaft für den Beruf verkörpert und immer die richtige Balance zwischen Leichtigkeit und Professionalität gefunden.» Nach der Ausbildung und dem Militärdienst trat Cedric Abderhalden eine Stelle als stellvertretender Restaurantleiter im Hotel Aarau West in Oberentfelden/AG an, wo die Neueröffnung des Golfrestaurants anstand. «Die Arbeit hat mir sehr gefallen, und ich habe in dieser Zeit vieles gelernt. Zum Beispiel unter Druck Entscheidungen zu treffen.»
Die Erfahrung hilft ihm auch bei seiner neuen Stelle im Boutique-Hotel Villa Florhof in der Zürcher Altstadt, das kurz vor der Eröffnung steht. «Ich bin dort als Gastgeber im Front-Desk-Team und im Marketing tätig. Mein Herz schlägt aber weiterhin auch für die Restauration.»
Cedric Abderhalden, Fachgruppe Next Gen
Anfang Jahr kam Cedric Abderhalden per Zufall zur Hotel & Gastro Union. «Ich habe auf der Website gesehen, dass in der Next-Gen-Fachgruppe ein Vertreter aus der Restauration gesucht wird.» Er habe recherchiert und der Entscheid, Mitglied im Berufsverband Service/Restauration zu werden, sei schnell gefallen.
Jetzt ist er Teil der Hotel & Gastro Union und engagiert sich in der Fachgruppe Next Gen als Event-Koordinator. «Schon in der Ausbildung habe ich gerne an der Organisation von Hochzeiten oder Banketten mitgewirkt. Diese Gemeinschaftsmomente zu schaffen gefällt mir und das für meine Branchenkolleginnen und -kollegen zu tun, macht umso mehr Spass.» Er will seine Begeisterung für die Berufe im Gastgewerbe weitergeben. Besonders wichtig ist Cedric Abderhalden, junge Fachkräfte in der Branche zu halten. «Von meiner Klasse arbeitet vielleicht noch rund ein Drittel weiter im Gastgewerbe, was ich sehr schade finde.» Es dürfe nicht sein, dass Lernende einfach drei Jahre lang als billige Arbeitskräfte eingesetzt würden. «Eine Work-Life-Balance muss gerade in diesen jungen Jahren auch im Gastgewerbe möglich sein.»
Gleichzeitig müsse man aufzeigen, welche Vorteile das Arbeiten in der Gastronomie habe. «Man hat zwar keine Bürozeiten, aber dafür dann frei, wenn alle anderen arbeiten.» Der 22-Jährige würde in Zukunft gerne selbst ein Mentor für junge Fachleute sein, wie er selbst es erlebt hat. «Gute Berufsbildner, die wissen, was sie tun, können sehr viel bewirken. Sie sind nicht nur Vorgesetzte, sondern auch Vertrauenspersonen.» Um sich selbst weitere Fähigkeiten anzueignen, besucht er eine Weiterbildung zum Führungsfachmann. «Um andere Menschen anleiten und motivieren zu können, braucht es fundiertes Fachwissen, aber auch viel Selbstreflexion. Wer sich selbst nicht versteht, kann auch andere nicht animieren.»
(Alice Guldimann)
(agu)