Bis zu 90 000 Franken kann man für ein Kochmesser bezahlen. Wer auf Diamanten verzichtet und «nur» auf hochwertige Handwerkskunst und Technik setzt, kommt aber deutlich günstiger davon.

Die Suche nach dem teuersten Messer der Welt gestaltet sich gar nicht so einfach. Nicht, weil es keine teuren Messer gibt – sondern weil es ganz verschiedene Arten von Messern gibt. Unter den Kochmessern gilt das «Nesmuk Exklusiv», auch Jahrhundertmesser genannt, des deutschen Herstellers Nesmuk als das teuerste: Für stolze 90 000 Franken kann man es in der Schweiz erwerben. Hinter diesem Preis stehen präzise Handwerkskunst, luxuriöse Materialien sowie Exklusivität. Die Klinge des Edelmessers wurde aus 640 Lagen handgeschmiedetem Torsionsdamast hergestellt. Die Zwinge aus mattiertem 960er-Platin wurde zudem passgenau auf den Griff aus einem ausgesuchten Stück 5000 Jahre alter Mooreiche angepasst. Ebenfalls richtig teuer: Insgesamt wurden 25 lupenreine Diamanten im Brillant-Schliff eingesetzt.
Der Messer-Experte Michael Bach, CEO der Messermanufaktur Sknife und des Messerimporteurs Welt-der-Messer.ch in Biel/ BE, hat das Jahrhundertmesser nicht im Sortiment. «Wir verkaufen in erster Linie Messer, die auch eingesetzt werden. Das Preissegment des Jahrhundertmessers spricht vor allem Sammler an, die Wert auf einen schmuckhaften Charakter legen.» Das teuerste Messer in seinem Shop stammt aber ebenfalls von Nesmuk und gehört zur selben Serie wie das Jahrhundertmesser. 6499 Franken kostet es und unterscheidet sich von der deutlich teureren Version vor allem durch die fehlenden Schmuckelemente.
Mit Superlativen kennt Michael Bach sich aus. Im Sortiment von Sknife findet sich unter anderem das teuerste Steak-Messer-Set der Welt (6600.–) sowie eines der teuersten Taschenmesser (5990.–). In Entwicklung ist zudem ein Kellnermesser für voraussichtlich rund 7000 Franken. Was sie alle gemeinsam haben: beste Materialien, der neuste Stand der Technik und vollendete Handwerkskunst. «Die Basis eines jeden Luxusprodukts ist die technische Raffinesse», erklärt Bach. «Es reicht nicht, ein herkömmliches Messer mit Diamanten zu verzieren und es dann teuer zu verkaufen.» Kunden, die bereit sind, so viel Geld auszugeben, verlangen mehr. Bei Sknife wie bei Nesmuk werden die Klingen der besonders hochpreisigen Messer aus Torsions-damast hergestellt, also aus zwei Stahlsorten, durch deren Verdrehung ein einzigartiges Muster entsteht. Die Klingen bestehen aus bis zu 900 Lagen. Das sorgt nicht nur für ein besonders schönes Muster, sondern auch für dauerhafte Schärfe und hohe Langlebigkeit. Im Luxussegment ebenfalls wichtig: Exklusivität und Personalisierung. «Es gibt Kunden, die nur mit Produkten von uns arbeiten, die nicht im Handel erhältlich sind», erklärt Michael Bach. Für Rares und Einzigartiges sind sie dafür bereit, den entsprechenden Preis zu bezahlen.
(Angela Hüppi)