Die Tagung des Berufsverbands Hotellerie & Hauswirtschaft vermittelt Wissen und einen Blick nach vorn.
Die Arbeitswelt verändert sich und damit die Anforderungen an Menschen, Führung, Bildung und Zusammenarbeit. Doch was bedeutet das ganz konkret für die Hotellerie und Hauswirtschaft?
Welche Kompetenzen braucht es morgen? Wie gelingt es, Menschen für eine Aus- und Weiterbildung und eine langfristige Karriere in der Branche zu begeistern? Diese Themen werden an der Tagung des Berufsverbands Hotellerie & Hauswirtschaft in der Messe Luzern diskutiert.
Auf dem Programm stehen verschiedene Referate. Unter anderem informiert Reto Walther, Bereichsleiter Bildungsangebot bei Hotel & Gastro formation Schweiz in Weggis/LU über die Revision der höheren Berufsbildung und der Berufsbildung 2030. Mit dem aktuellen Projekt «Gastgewerbliche Berufsbildung 2030» möchten die Bildungsverantwortlichen zu einer langfristigen Sicherung des Berufsnachwuchses und der Wettbewerbsfähigkeit der Hotellerie und Gastronomie beitragen.

Die aktuelle Housekeeperin des Jahres, Teresa Rodrigues, wird ebenfalls Gast an der Tagung des Berufsverbands Hotellerie & Hauswirtschaft sein. (Roy Matter)
Weiter teilt der Schweizer Futurist Joël Luc Cachelin seine Gedanken zur Zukunft der Hotellerie-Hauswirtschaft. Er sagt zum Beispiel, dass der Mensch nie aus der Branche verschwinden wird: «Menschen sind immer dazu da, Vertrauen aufzubauen und Gastfreundschaft herzustellen.»
An einer Podiumsdiskussion unterhalten sich unter anderem die Hotelmanagerin Eveline Burkard und die Housekeeperin des Jahres 2024, Nadia Albecki, zum Thema: «Hauswirtschaft hat Zukunft – aber welche?» Auf die Frage, was sie sich künftig für die Branche wünscht, sagt Eveline Burkard: «Ich wünsche mir, dass die Hauswirtschaft den Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommt, den sie verdient. Und zudem, dass auch unsere Berufe stärker an Bedeutung gewinnen.»
Die hauswirtschaftliche Betriebsleiterin bei der Clienia-Gruppe, Nadia Albecki, wünscht sich vor allem mehr Professionalität in der gesamten Hierarchie und zwar von der Basis bis zur Geschäftsleitung. «Gerade im Gesundheitswesen arbeiten sehr viele Quer- und Neueinsteigende. Das ist eine grosse Chance, gleichzeitig braucht es aber Fachwissen, Ausbildung und Entwicklungsmöglichkeiten.» Und dies gelte genauso für Leitungskräfte: «Gute Führung in der Hotellerie-Hauswirtschaft passiert nicht nebenbei. Es braucht ein Fundament.»
Eveline Burkard, die als Geschäftsführerin der Ospelt Hotel Anstalt und Hotelmanagerin des B & B Hotel Liechtenstein-Eschen amtet, sagt, dass man in den Hotels teilweise viel Zeit für Laufwege verliere – durch fehlende Informationen, doppelte Kontrollen oder schlechte Kommunikation zwischen Réception, Technik und Hauswirtschaft. «Die Digitalisierung könnte die Mitarbeitenden enorm unterstützen. Auch die Automatisierung und die Robotik könnte gewisse repetitive oder körperlich belastende Arbeiten übernehmen.» Dadurch hätten die Mitarbeitenden mehr Zeit für die Qualitätskontrolle, beim Erkennen von Problemen und letztlich bei allem, was Aufmerksamkeit und Verantwortung benötigt.
Dem pflichtet Nadia Albecki bei: «Für mich gibt es keine vollständige Alternative zum Menschen. Technik kann vieles schneller oder effizienter machen, aber sie spürt nicht, was ein Mensch in diesem Moment gerade braucht.» Namentlich im Gesundheitswesen erlebe sie das jeden Tag. Manchmal sei es ein freundliches Wort, ein kurzer Blick oder eine kleine Aufmerksamkeit, die den gewissen Unterschied machen: «Deshalb wünsche ich mir Technologie dort, wo sie uns unterstützt und entlastet. Die dadurch gewonnene Zeit sollten wir dort einsetzen, wo sie wirklich zählt: beim Menschen.»
Selbstverständlich hat an der Tagung des Berufsverbands auch der Austausch unter Berufskolleginnen und -kollegen Platz. Nach dem offiziellen Teil stehen ein Apéro riche am HGU-Stand an der Zagg sowie eine Führung hinter die Kulissen der Messe Luzern auf dem Programm.
(Daniela Oegerli)

2009 gründete Joël Luc Cachelin die Wissensfabrik. (Max in Dulliken)