Vor 200 Jahren öffnete in Bern die erste Handwerkerschule der Schweiz. Heute ist die Gibb die grösste Berufsfachschule des Landes – und feiert ihr Jubiläum mit mehreren Veranstaltungen.

200 Jahre Berufsfachschule Bern. Lernende haben die Geschichte der heute grössten und modernsten Schweizer Bildungseinrichtung für den Berufsnachwuchs aufgearbeitet. (ZVG)
Bern im Jahre 1826: Die erste Handwerkerschule der Schweiz öffnet für 199 «Stifte» ihre Türen. Die Einrichtung ist nur den Buben vorbehalten, und der Unterricht findet ausschliesslich in den Wintermonaten statt. Dann aber täglich, von montags bis sonntags, jeweils von 19.30 bis 21.30 Uhr. Die damaligen Lernenden arbeiten bis 19 Uhr und sind oft zu müde, um dem Unterricht mit Fleiss und Disziplin zu folgen. Aus diesem Grund führt die Direktion der Berner Handwerkerschule im Wintersemester 1891/1892 den Tagesunterricht ein. Die damaligen Lehrer arbeiten an der Schule für «Gottes Lohn». Der Kommerzienrat vergibt lediglich einen «Beifall» von 80 Franken an die vier Lehrer, die ansonsten keinen Anspruch auf Gehalt haben. Die erste Lehrtochter meldet sich 1893 an, woraufhin sich die damalige Handwerkerschule nun auch für junge Frauen öffnet und damit sofort Anklang findet.
Über die Jahrzehnte hinweg hat sich die Bildungseinrichtung stetig weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst. Die Berufsfachschule Gibb ist heute die grösste ihrer Art in der Schweiz. In sieben Schulhäusern arbeiten 770 Mitarbeitende mit 7000 Ler-nenden aus über 60 Berufen, darunter auch aus gastgewerblichen sowie Bäckerberufen.
Eine der Lehrpersonen an der Gibb ist Pascal Trottmann, Mitglied des Berufsverbands Service/Restauration und des Zentralvorstands der Hotel & Gastro Union. «Ich bin stolz auf die 200-jährige Geschichte der Schule», sagt er und berichtet von mehreren Events, die an der Gibb dieses Jahr geplant sind. Höhepunkt für ihn ist im September die Wochenveranstaltung «Gibbster – von Lernenden für Lernende», bei der sich alle Berufe präsentieren. Tvrtko Brzovic, Gastronomie-Abteilungsleiter, kündigt weitere Events an, unter anderem mit Partnern aus Verbänden und der Politik. «Wir zeigen, dass wir uns der Tradition verpflichtet fühlen, aber auch Mut zu Neuem haben.»
(rup)