Mit gereiftem Wein in Erinnerung schwelgen

Es lohnt sich, von einem oder zwei Lieblingsweinen jedes Jahr ein paar Flaschen zur Seite zu legen.

Konstanz auch beim Etikettendesign: In 50 Jahren gab es zwei Sujets. (ZVG)

Das Weingut Chanton in Visp/VS ist bekannt für die Pflege alter, fast vergessener Walliser Rebsorten wie Gwäss, Himbertscha oder Plantscher. Eine wichtige Rolle spielt auch der Heida, den Josef-Marie «Chosy» Chanton im Jahr 1964 pflanzte. Dem ewigen Eis nahe, wurde er einst Gletscherwein genannt. Heute, unter der Ägide seines Sohnes Mario, trägt er die Bezeichnung Gletscherview.

Die Rebsorte, die im Oberwallis Heida und im Unterwallis Païen genannt wird, heisst eigentlich Savagnin. Ihren Ursprung hat sie in Frankreich zwischen dem Jura und der Loire. Sie ist Elternteil von mindestens 40 Nachkommen. Dazu zählen Chenin Blanc, Elbling, Grüner Veltliner, Räuschling oder Silvaner.

Im Wallis wurde sie als Heÿda in einem auf den 29. November 1586 datierten Dokument erstmals schriftlich erwähnt. Bereits damals waren daraus gekelterte Weine begehrt und zählten zu den teuersten der Region.

Chosy Chanton und seine Frau Marlis haben von jedem Jahrgang ein paar Flaschen Heida zur Seite gelegt. Letzte Woche öffneten sie ein Dutzend Flaschen. In kleiner Runde gab es Jahrgänge von 2022 bis zurück ins Jahr 1975 zu verkosten. Jeder Wein erinnerte an freudige Erlebnisse und an traurige Momente. Und ja: Trotz des hohen Alters war jede Flasche edel gereift.

Unter den Verkostenden kamen Diskussionen auf, welche Gerichte sie am liebsten dazu essen würden.

(Gabriel Tinguely)


chanton.ch

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