Die Bernensis Hotel AG in Interlaken feiert mit dem «Carlton-Europe» den 25. Geburtstag.

Der Hotelier ist im Berner Oberland aufgewachsen. (ZVG)
Damals arbeitete ich bei einer Grossbank, die einen Hotelier beschäftigte, um die eigenen Hotels fachkundig zu betreuen. Dabei realisierte ich, dass ein Hotel nach dem anderen dichtmachte. Als dem Hotel Europe in Interlaken/ BE das gleiche Schicksal widerfahren sollte, tat ich mich mit Kollegen zur Bernensis Hotel AG zusammen und erstand es.
Ja, wir wollten das altehrwürdige Haus als Hotel weiterbetreiben. Im Jahr 2005 kam das benachbarte «Carlton» dazu. Seither heissen wir «Carlton-Europe».
Wir haben alle viel gearbeitet. Ich selber habe dort Hand angelegt, wo es nötig war. Und von Beginn weg haben wir den generierten Umsatz reinvestiert, statt Dividende auszuschütten.
Im Laufe der Zeit habe ich möglichst viele Aktien zurückgekauft. Zu Beginn hielt ich fünf Prozent der Aktien, heute 90 Prozent.
Ich schenke mir zum Geburtstag ein tolles Buch über unser Haus. Ich habe hierzu einen Historiker beauftragt, die 125-jährige Geschichte unserer beiden Häuser zusammenzutragen.
Unser Haus ist eine grosse Brockenstube und eine Fundgrube für technische Geräte. Wir zeigen zum Beispiel die technische Entwicklung der Telefonie seit 1898 oder jene der Nähmaschine anhand originaler Geräte.
In Interlaken buhlen sehr viele Hotels um Touristen. Da machte ich mir Gedanken, wofür steht unser Haus? Wir sind weder ein Golf- noch ein Wellnesshotel. Aber wir beherbergen gerne den individuellen Einzelgast. So sind wir auf Adults only gekommen. Etwas, was in jener Zeit ein völlig anderer, unbekannter Ansatz war.
Bei den Gästen sehr gut. Zu Beginn gab es aber auch Missverständnisse. Eine Journalistin kreidete uns an, Kinderhasser zu sein. Doch dem ist nicht so. Ich bin selber stolzer Vater.
Das wäre toll, wenn es so kommen würde. Doch derzeit steht noch nichts fest. Auf jeden Fall hoffe ich, dass, falls es keine familieninterne Lösung geben würde, das Haus in seiner heutigen Form erhalten bliebe.
(Ruth Marending)