Engagement für einen starken Serviceberuf

Franziska Rodriguez engagiert sich seit fünf Jahren im Vorstand des Berufsverbands Service/ Restauration. Sie will zeigen, was Restaurant-Profis alles können.

In ihrer Freizeit ist Franziska Rodriguez gerne in der Natur und in den Bergen unterwegs. Sei es auf Skitour oder mit dem Motorrad. (Roy Matter) 

Sie wusste schon früh, dass das Gastgewerbe der richtige Berufszweig für sie ist, erzählt Franziska Rodriguez. Sie machte die Ausbildung zur Köchin und hängte die Restaurantfachfrau EFZ gleich an. «Ich habe beides immer gerne gemacht. Eine Zeit lang sogar gleichzeitig, als ich am Morgen in der Küche stand und nach der Zimmerstunde in den Service wechselte.» Heute kümmert sich Franziska Rodriguez um die Administration des «Alten Tramdepot» in Bern. Zum Betrieb gehören zwei Restaurants, eine Brauerei, eine Eiswerkstatt und ein One-Suite-Hotel. Rodriguez behandelt und koordiniert Anfragen vom Bankett bis zum Seminar, stellt Rechnungen und kümmert sich um die administrativen Abläufe.

Wertschätzung zeigen

«Mir ist wichtig, die Mitarbeitenden wahrzunehmen und deren Bedürfnisse in der Planung soweit möglich zu berücksichtigen.» Für sie ist es gelebte Wertschätzung, wenn eine Mitarbeitende beispielsweise am Montagabend frei bekommt, damit sie ins Training gehen kann. «Sie soll nicht jedes Mal danach fragen müssen.» Weil ihr die Arbeit an der Front sonst fehlt, arbeitet Franziska Rodriguez nebenbei als Aushilfe für eine Eventfirma. Von kleinen Banketten bis zu Grossanlässen mit 2000 Gästen. «Ich geniesse die Abwechslung und schätze den Gästekontakt nach wie vor sehr.»

Seit ihrer Ausbildung in der Küche ist die 34-Jährige Mitglied der Hotel & Gastro Union. Ihr Berufsbildner habe sie damals dazu ermutigt. Zunächst sei sie etwa zehn Jahre als passives Mitglied dabeigewesen. Heute schätzt sie besonders das Netzwerk, das die Union bietet. «Wenn ich eine Unklarheit habe, gibt es im Verband immer jemanden, an den ich mich wenden kann.» Diesen Zusammenhalt will sie stärken. «Damit die HGU wachsen und die Anliegen der Arbeitnehmenden noch besser vertreten kann.»

Das Berufsimage stärken

Zunächst engagierte sich Rodriguez im Vorstand der Region Bern-Nordwestschweiz, bevor die Anfrage für den Vorstand des Berufsverbands folgte. «Ich finde es spannend, aus dem Kern heraus mitzuarbeiten und unseren Beruf mitzuprägen.» Wichtig ist ihr, das Berufsimage zu stärken. «Wir müssen zeigen, dass unsere Berufsleute mehr tun, als Teller zu tragen. Sie brauchen Organisationstalent, müssen vernetzt denken und grosse Sozialkompetenz haben.» Eine Möglichkeit, den Beruf zu präsentieren, bietet die Servicemeisterschaft, die ab diesem Jahr als Swiss Skills Championship durchgeführt wird. «Ich bin beeindruckt davon, wie viel junge Berufsleute für Wettbewerbe leisten. Es freut mich, dass wir als Berufsverband solche Talente fördern können.»

(Alice Guldimann)


Mehr Informationen unter:

hotelgastrounion.ch


Zur Person

Franziska Rodriguez (34) arbeitet als Leitung Administration & Hotel bei der Altes Tramdepot Brauerei und Restaurant AG. Zuvor war die ausgebildete Sommelière in verschiedenen Positionen im Weinhandel tätig. Zuletzt absolvierte sie einen CAS in Betriebswirtschaft.

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