Der wichtigste Rohstoff bei Schokolade ist die Kakaobohne. Teure Schokoladen sind aus seltenem Kakao hergestellt. Auch Transportkosten und Klimawandel machen das Produkt teuer.

(Illustration Pierina Bucher)
Laut dem Guinness-Buch der Rekorde ist die Schokolade «La Chuorsa» von der Schokoladenmanufaktur Attimo Chocolate in Zürich seit 2019 die teuerste Schokolade der Welt. Eine 80-Gramm-Tafel kostet 640 Franken. Sie besteht aus einer seltenen Grand-Cru-Schokolade, die mit Kakaobohnen aus Chuao in Venezuela hergestellt wird. Kombiniert wird sie mit Safran aus Mund/VS.
Jedoch stellte die Schokoladenmanufaktur nur eine limitierte Auflage von 50 Stück her, schrieb der Blick damals. Die Schokolade ist daher nicht mehr erhältlich. Stefan Lanz von «Martha and Sons» in Bern ist etwas erstaunt darüber, wie viel diese Schokolade kostet: «Auch wenn man sehr exklusive Rohprodukte verwendet, ist der Preis doch ziemlich hoch angesetzt.»
«Martha and Sons» ist eine kleine Schokoladenmanufaktur in der Altstadt von Bern. Sie produziert ihre Schokoladen aus reinem Edelkakao, etwas Zucker und manchmal etwas Milch. Die Produktion befindet sich im Café Lesbar in Bern. «Wir produzieren nur sortenreine Schokoladen. Das heisst, die Kakaobohnen stammen von derselben Plantage und demselben Produzenten», fügt Stefan Lanz an. Seine Schokoladen kosten zwischen sieben und acht Franken pro 100 Gramm.
Eine ebenfalls sehr teure Schokolade, die immer noch erhältlich ist, kommt von der Firma To’ak in Ecuador. Ihre Schokolade reift unter anderem in Whiskyfässern. Das Unternehmen widmet sich laut eigenen Angaben der Wiederentdeckung und Bewahrung einer der seltensten und ältesten Kakaosorten der Welt: dem Heirloom Nacional-Kakao. Diese genetisch reine Sorte lasse sich über 5300 Jahre zurückverfolgen, schreibt das Unternehmen auf seiner Website. 100 Gramm dieser Schokolade kosten umgerechnet etwa 78 Franken.
Bei Felchlin in Ibach/SZ kosten die Grand-Cru-Schokoladen im Fabrikladen zwischen 20 und 30 Franken das Kilo. «Die hochwertigsten Schokoladen im Sortiment von Felchlin sind die Grand-Cru-Couverturen», erklärt der Leiter Marketing, Dominik Stocker. Diese werden aus Kakaobohnen einer einzigen, klar definierten Herkunft hergestellt. Der Grund, warum diese Grand-Cru-Couverturen teurer als andere Schokoladen sind, erklärt er damit, dass diese spezifische Anforderungen einhalten müssen, damit sie höchste Ansprüche in Bezug auf Geschmack oder Nachhaltigkeit erfüllen.
Bei Single Origin handelt es sich um Kakaobohnen aus einer einzigen Herkunftsregion, also nicht um einen Blend von mehreren Herkunftsländern. Teilweise verwendet man sogar wilden Kakao aus Bolivien, der sehr rar ist. «Je exklusiver ein Kakao, desto teurer ist die Schokolade, die daraus hergestellt wird», fasst er die Unterschiede bei den Preisen zusammen.
(Daniela Oegerli)