Frauen leben gefährlich. Um das zu ändern, braucht es Zivilcourage und Menschen, die Hilfezeichen erkennen und reagieren.

Die grösste Gefahr für Frauen geht nicht vom bösen Unbekannten aus, sondern von Freunden und Familienmitgliedern. Gemäss stopfemizid.ch wird in der Schweiz alle zwei Wochen eine Frau durch ihren Ehemann, Lebensgefährten, Ex-Partner, Bruder oder Sohn getötet.
Gewalt gegen Frauen endet zum Glück nicht immer tödlich. Sie ist deswegen aber nicht weniger verabscheuungswürdig. Um die Bevölkerung für die unterschiedlichsten Formen der Gewalt – körperlich, sexuell, psychisch und wirtschaftlich – zu sensibilisieren, finden jeweils zwischen dem 25. November* und dem 10. Dezember** die «Orange Days» statt. Gebäude werden orange angeleuchtet, und es gibt verschiedene Events und Aktionen. Der Kanton Graubünden zum Beispiel legt während der orangen Tage 2026 den Fokus auf die digitale Gewalt, behält aber auch die häusliche Gewalt im Blick. «Häusliche Gewalt ist keine Privatsache. Sie ist strafbar und wird in unserer Gesellschaft nicht toleriert», sagt Madlaina Baselgia, Leiterin der Koordinationsstelle Häusliche Gewalt.
Weil Täter oft aus dem persönlichen Umfeld stammen, fällt es Opfern schwer, zur Polizei zu gehen und ihre Peiniger anzuzeigen. Um allen direkt und indirekt Betroffenen niederschwelligen Zugang zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten zu ermöglichen, ist im Mai die Notfallnummer 142 schweizweit eingeführt worden. Übrigens: Auch Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt sind, dürfen anrufen. Manchmal fehlt den Opfern der Mut oder die Gelegenheit, selber anzurufen, sich Hilfe zu holen oder die Polizei aufzusuchen. Es gibt aber ein Handzeichen, mit dem Opfer andere um Hilfe bitten können, und zwar so, dass der Täter es nicht bemerkt. Dazu strecken sie zuerst die Hand. Dann ballen sie die offene Hand zu einer Faust. Wer dieses Zeichen sieht, sollte den Mut haben, aktiv zu werden und sofort die Polizei einzuschalten.
(Ricarda Frei)
stopfemizid.ch
opferhilfe-schweiz.ch