Beim emotionalen Brot-Chef 2026 in Aarau waren Können, Kreativität und starke Nerven gefragt. Den Sieg holten Jael Bregy und Amelie Reissnecker vom Team «Mit Laib und Seele».
In den Backstuben war es lange erstaunlich ruhig. Während die sechs Finalistinnen konzentriert kneteten, formten, füllten und dekorierten, verfolgte das Publikum jeden Handgriff. Erst in den letzten Minuten wurde es laut: Anfeuerungsrufe begleiteten die drei Teams auf der Zielgeraden. Fünf Stunden hatten sie Zeit, um beim Brot-Chef 2026 an der Berufsschule Aarau ihr Können zu zeigen. Das Motto «Zirkus» liess Spielraum für Fantasie, verlangte aber auch handwerkliche Präzision. Auf dem Programm standen Spezialbrote oder Zöpfe, Kleinbrote, Feingebäck, Produkte aus tourierten Teigen, Süsswaren und Apéro-Snacks. Dazu kam ein Schaustück oder Fantasieprodukt. Auch das Publikum kam auf seine Kosten: Bereits während des Wettbewerbs durften die Besucher Produkte degustieren.
Drei Teams gingen an den Start: «Mit Laib und Seele» mit Jael Bregy von der Bäckerei Reinhard AG in Bolligen/BE und Amelie Reissnecker von der Bäckerei Leutwyler in Zofingen/AG; «Arts of TanAngi» mit Angelina Hintermann und Tanja von Ah, beide von Christen Beck AG in Buochs/NW; sowie «Die Zuckerschwestern» mit Jasmin Erismann und Michelle Häberli von der Bäckerei & Konditorei Schell in Büron/LU.
Unter der Leitung von Jurypräsident Mäni Blum bewerteten die Vorjahressiegerinnen Leonie Althaus und Suena Müller sowie Beat Stohler, Monika Soder, Sonja Durrer und Gabriela Meier die Arbeitsprozesse. Für die Degustation waren Daniel Glück, Justus Terno und Peter Kasimow zuständig. Für Suena Müller war der Perspektivenwechsel ungewohnt. «Ich spüre die Nervosität richtig mit», sagte sie. Im Vorjahr war sie selbst ins Schwitzen geraten. Jurypräsident Blum sprach von einem hohen Niveau. «Während wir uns beim Siegerduo einig waren, lagen die beiden anderen Teams enger beieinander. Hier gab insbesondere die Degustation den Ausschlag», betonte er. Für einen Zwischenfall sorgten Probleme mit einer Spritzpistole. Die Betroffenen erhielten zusätzliche Minuten, um faire Bedingungen zu gewährleisten. Blum war wichtig, dass alle trotz des Drucks ein positives Erlebnis mit nach Hause nehmen konnten.
Als die Rangliste verkündet wurde, jubelten Jael Bregy und Amelie Reissnecker. «Wir sind sprachlos und haben den Sieg nicht erwartet», sagten sie unter Tränen. Rang zwei ging an «Arts of TanAngi», Rang drei an «Die Zuckerschwestern», die beim Speed-Baking die Nase vorn hatten. Hier waren schnelle Hände gefragt: Je drei Minuten blieben, um Einstrangzöpfe zu flechten, «Zirkus Knie» mit Schokolade zu schreiben und Mandelkonfekt zu dressieren. Die Siegerinnen erhielten 1500 Franken Preisgeld, die Zweitplatzierten 1000 und die Drittplatzierten 500 Franken.
Stefan Kogler, Geschäftsführer des Berufsverbands Bäckerei & Confiserie, zeigte sich begeistert. «Drei motivierte Teams sind morgens um sechs Uhr mit einem super Spirit angetreten und haben den Tag gerockt», sagte er. Sein Dank galt den Lehrbetrieben und Sponsoren. Auch Berufsverbandspräsident Pirmin Corradini hob die wachsende Unterstützung durch die Ausbildungsbetriebe hervor. Die jungen Talente profitierten von der Förderung, ihre Betriebe wiederum von wertvollen neuen Ideen und öffentlicher Aufmerksamkeit.
(Andrea Decker)