Im Forum Schweizer Geschichte Schwyz zeigt die Ausstellung «Tourismus. Reiseziel Schweiz» die Geschichte des Schweizer Tourismus auf.

Heute Realität: Selfies gehören zum Reisen dazu. (ZVG)
Das Erlebnis beginnt am Eingang: Der Empfangsbereich präsentiert sich als Hotelréception. Die Gäste erhalten beim Check-in ein Ferienbudget in Form von Jetons, die sie an interaktiven Stationen einsetzen können – für eine Postkarte im Souvenir-Shop oder den Zugang zu einem Selfie-Spot.
Es folgt ein Werk des Künstlerduos Studer/van den Berg. Ihr Bergpanorama aus der Serie «Vue des Alpes» präsentiert ein makelloses, nostalgisches Ferienerlebnis abseits von Massentourismus und Lärm. Doch der Schein trügt: Das Bild entpuppt sich als digitale Konstruktion und als Frage: Was ist reale Natur und was sorgfältig inszeniert?
Die Ursprünge des Schweizer Tourismus reichen bis zu den «Grand Tours» des ausgehenden 17. Jahrhunderts zurück. Junge englische Aristokraten legten auf ihrem Weg nach Italien einen Zwischenhalt ein. Erst im Zuge von Aufklärung und Romantik wandelte sich die Schweiz vom Transitland zum Reiseziel. Zwischen 1854 und 1865 prägten die «Goldenen Jahre des Alpinismus» die Entwicklung des Tourismus. Dieser Boom kulminierte am Ende des 19. Jahrhunderts in der Belle Époque mit dem Bau von Bergbahnen und Hotels.
Im letzten Teil rückt die Gegenwart in den Fokus: Soziale Medien prägen heute touristische Bildwelten und ersetzen den klassischen Reiseführer. Das Reiseverhalten folgt zunehmend dem Prinzip «öfter, weiter, kürzer» – mit drastischen Folgen: selten genutzte Ferienwohnungen, der ökologische Fussabdruck wachsender Mobilität und das Schmelzen der Gletscher.
(rma)